Sommerferien im WEGA-Team

BalkonbowleBayern zieht nach, endlich auch hierzulande Beginn der großen Sommerpause. Auch das WEGA-Team stimmt mit ein, zumal ein voller Auftragsherbst auf uns wartet. Den Sommer verbringen wir mit Honig verarbeiten, einer immerhin 10-tägigen „Sommerfrische“ in Ostfriesland mit Inselhopping, und ansonsten wird der Schreibtisch aufgeräumt. Ab der ersten Septemberwoche sind wir dann wieder ansprechbar. Doch auch vorher bleiben Ihre Mails nicht unbeantwortet. Es kann einfach nur ein paar Tage länger dauern.

Was auch immer SIE im August machen – machen Sie’s gut oder machen Sie’s einfach mal nicht! Gute Erholung in Ihren großen Auszeiten wie kleinen Pausen – zum Beispiel mit einem erfrischenden Glas Bowle auf dem Balkon – wünschen Ihnen herzlich

Ilona Munique und Reinhold Burger, Das WEGA-Team

Trendbericht 2016/17

Bremsrad DampfbahnDamit Sie bei Ihrer Entscheidungsfindung zur Programmplanung des nächsten Jahres nicht „am Rad drehen“, unser Trendbericht 2016/17 zu Fortbildungsbedarfen im Bereich öffentlicher Dienst mit Schwerpunkt Bibliotheken, gebucht bzw. angefragt beim WEGA-Team.

Zuerst die Meldung zum neu konzipierte E-Learning-Modul Öffentlichkeitsarbeit kompakt. Natürlich kann unabhängig davon auch ein Seminar zum Thema „offline“ gebucht werden.

Pressearbeit und Jahresbericht im Bereich der WEGA-eLearning-Seminare halten sich weiterhin die Waage. Beide werden gleich häufig gebucht.

Themenranking 2015/16

I. Beratung und Moderation, Leitbild
Die Serie des letzten Trendberichts setzt sich fort. So sind auch heuer im WEGA-Team-Ranking am häufigsten angefragt Beratung und Moderation. Einige in Weiterführung von früheren Prozessen, doch auch neue Kunden nehmen sich vor, endlich einmal in Klausur zu gehen und z. B. einen Leitbildprozess zu starten.

II. Crowdsoursing, Ausstellungsfinanzierung, Change Management
Hinter dem Schreibtisch „festgenagelt“ haben mich gleich drei Themen bzw. Publikationsbeiträge.

Tatsächlich schaffte es Changemanagement (Veränderungsmanagement) im Jahr 2015 auf die vorderen Plätze, verschwand jedoch im Jahr 2016 völlig aus der Bedarfsmeldung. Indirekt jedoch lebt es in den derzeitigen Leitbildprojekten im Sinne eines Innovationsmanagements weiter.

Weitere Themen finden Sie in unter „Alle Fortbildungen auf einem Blick“.

III. Öffentlichkeitsarbeit

… in all seinen Facetten. Immer gut als Fortbildungsthema. Das hat wohl auch die Fachhochschule Potsdam so gesehen, die mich für den Fernweiterbildungslehrgang „Bibliotheksmanagement“ seit vergangenem Herbst als Lehrbeauftragte angefragt hatte. Hier darf ich nun all meine über 30-jährige Begeisterung (davon 20 Jahre als Selbständige) zu diesem Thema anbringen. Natürlich komme ich dazu auch gerne zu Ihnen!

By the way: Zwei Fernweiterbildungsteilnehmende konnten sich besonders stark für Öffentlichkeitsarbeit erwärmen und schrieben ihre Bachelorarbeit dazu. Derzeit befinden sich die Werke bei mir zur Prüfung. Ich freue mich darauf, bald von den Inhalten berichten zu dürfen!

So. Bald nun auch für Bayern in Kürze schöne Ferien. Und sobald Sie wieder am Arbeitsplatz sind und fürs Frühjahr oder den Herbst 2017 planen, holen Sie sich noch mal diesen Beitrag in Erinnerung. Gerne mit anschließender Buchung. Damit der Erfolg von Bibliotheken unsere gemeinsame Aufgabe und Anlass zur Freude sein wird!

Ihre Ilona Munique
mit Kollege Reinhold Burger, der beste WEGA-Team-Unterstützer any time!

Studie: Vertrauen und Dokumentation stärken das Team und den Erfolg

Wäscheklammern auf Leine, Foto @ Gabriele KellermannVertrauen und/oder Dokumentation – für die Teamarbeit, und hier ganz besonders für die im virtuellen Raum, sind das die entscheidenden Erfolgsfaktoren für mehr Effektivität, so das Ergebnis einer Metaanalyse. 

Das bestätigt mir, dass die vertrauensbildenden Maßnahmen, wie ich sie während der Präsenzveranstaltung beim Start des Moduls „Öffentlichkeitsarbeit“ im Fernstudiengang „Bibliotheksmanagent“ der Fachhochschule Potsdam vornehme, tatsächlich eine hohe Bedeutung genießen. Es sind Dinge wie zum Beispiel eine detaillierte Seminarübersicht oder die Motivation, sich an den Forendiskussionen zu beteiligen, aber auch das Angebot, jederzeit kontaktierbereit zu sein. Hier achte ich besonders darauf, dass eine Rückantwort, gleich auf welcher Weise, spätestens nach drei Werktagen erfolgt, meist jedoch schon eher.

Geholfen hat uns, den Studierenden wie mir, das Angebot des zeitlich einschätzbaren Kontakts schon mehrere Male. Bei 18 Studierenden wie im letzten Kurs und bei einer recht differenzierten Betreuung kann es schon einmal passieren, dass eine Mail übersehen wird. Die Nervosität, wann und wie die Antwort ausfallen könnte, ist geringer, wenn klar ist: „Da kann was nicht stimmen, eine Woche lang kein Lebenszeichen!“

Dokumentation tut ihr Übriges. Durch die starke Nutzung der Moodle-Plattform ist der Stand der Weiterbildungsmodule und die Entwicklung der Teilnehmenden jederzeit erkennbar. Sie ist die Leine, an der wir uns gemeinsam, wenn auch in unterschiedlichen Tempi, entlang bewegen.

Dennoch – ein persönlicher Kontakt zur Halbzeit des Kurses (der etwa 3 Monate gelaufen ist), wäre meiner Erfahrung nach erstrebenswert. Daher werde ich im kommenden Semester wenigstens einmal zu einer Videokonferenz einladen. Dieser Plan jedenfalls ist das Ergebnis meines Lernens aus der Pressemitteilung „Virtuelle Teamarbeit: Vertrauen und gute Dokumentation beeinflussen die Effektivität“. Und Ihrer?

Reingespitzt (II): Praxishandbuch Ausstellungen in Bibliotheken

Cover Praxishandbuch BibliothekenReingespitzt ins Buch

Nach dem Hintergrund des „Praxishandbuch Ausstellungen in Bibliotheken“ aus dem De Gruyter Verlag jetzt ein Blick ins Buch selbst. Nach einem wohlwollenden Geleitwort von Barbara Lison, der Bundesvorsitzenden des Deutschen Bibliotheksverbandes (dbv) zur Tradition von Ausstellungen in Bibliotheken, die sie „zu den Basis-Elementen der sogenannten Programmarbeit sowohl in Wissenschaftlichen als auch in Öffentlichen Bibliotheken“ zählt, führt das Vorwort der Herausgeberin, Petra Haucke, den Grund des Entstehens dieses 453 Seiten starken Bandes auf.

Lediglich 100 Titel weise die Datenbank Deutsches Bibliothekswesen, DABI, für den Zeitraum 2003 bis 2016 zum Schlagwort „Ausstellung“ nach. Die Resonanz von Seiten der für diesen Band geeigneten Autoren war beachtlich, das Interesse für Ausstellungsplanende an der geplanten Publikation hoch, so Haucke.*

Im Anschluss daran finden sich Beiträge folgender Kapitel:

  • Vorwort
  • Planung, Konzeption
  • Management, Ausstellungstechnik
  • Kooperation
  • Wanderausstellungen
  • Virtuelle Ausstellungen
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Themen
  • Reflexion

Jedes Kapitel weist eine mehr oder weniger hohe Fülle an Literatur, Zitatstellen, Internetquellen und/oder Anbieteradressen sowie Bilder auf. Ein Anhang mit weiterführender Literatur, Autorenverzeichnis, Abkürzungen und Register vervollständigen das Handbuch.

Reingespitzt in einzelne Kapitel

Ich hätte nicht gedacht, dass man über Buchstützen (Hanka Gerhold und Michael Brand) mehr als 11 Seiten schreiben kann. Klar gibt’s zu den erhellenden Ausführungen auch Bilder, ergänzt von lediglich vier Literaturangaben zur Weiterführung des Themas. Auch daran ist erkennbar, wie notwendig die Erscheinung dieses Praxishandbuches war.

Die Kapitel des Buchstützen-Beitrags beginnen mit einer Abhandlung zu „Bücher als Ausstellungsobjekte“, zeigen Schwachstellen in der „Buchstruktur“ auf, geben Einblick in „Konversatorische Buchstützen“, skizzieren die „Vorbereitung eines Buches für eine Ausstellung“, um schließlich die „Einstellungen am geöffneteten Buch“ zu illustrieren. Sie enden mit den „Anforderungen an Buchstützen“ und einem Fazit: „Eine Buchstütze ist dann optimal, wenn sie alle oben genannten, für ihre Anwendung als wesentlich identifizierten Anforderungen erfüllt.“ Welche das sind, darf gerne selbst nachgelesen werden.

Die drei umfangreichsten Beiträge des Praxishandbuches sind:

  1. Konservatorische Aspekte bei Ausstellungen von Bibliotheksgut (Julia Bispinck-Roßbacher, Britte Schütrumpf) – 22 Seiten
  2. Ausstellungsfinanzierung (Ilona Munique)  – 21 Seiten
  3. Ausstellungen zwischen Kulturvermittlung und Öffentlichkeitsarbeit (Konrad Umlauf) – 19 Seiten

Die überdurchschnittlich hohen Seitenzahlen sind dabei beileibe kein Ruhmesblatt! Denn die Vorgabe lautete 18.000 Zeichen bzw. 10 A4-Seiten. In meinem Beitrag waren rund 45.000 Zeichen gezählt, was faktisch einen „Vertragsbruch“ von 40% bedeutet. Was waren die Gründe unserer Übertreibungen, bzw. des dankenswerten Nicht-Kürzen-Müssens?

Zum einem war es der jeweiligen Komplexität des Themas geschuldet. Zum anderen – wie im Falle der Erstplatzierten – zahlreicher Fotos. Doch auch im Falle des als Vielschreibers bekannten Kollegen Umlauf ist die Ausnahme durchaus gerechtfertigt, da er praktisch zwei Großthemen ins Visier nahm, anfänglich zudem aufgedröselt in Öffentliche und Wissenschaftliche Bibliotheken, die vom Autor als sehr unterschiedlich agierend beschrieben werden.

Auf diesen Beitrag „Ausstellungen zwischen Kulturvermittlung und Öffentlichkeitsarbeit“  gehe ich noch ein wenig näher ein, zumal ich mich ebenfalls als Autorin dieses Kapitels hätte sehen können. Wie gut, dass ich anderweitig verplant war! Denn dann wäre mir die erhellende Tabelle über die „Leitbilder für Kulturmanagement, bezogen auf alle Arten kultureller Produkte“ entgangen. Sie nimmt sich 20 Schlüsselbegriffen an (von Alltags-, Event-, Hoch- bis zur Soziokultur und Lese- und Literaturförderung bis Unterhaltung), führt die jeweils spezifischen kulturpolitischen Ziele auf, benennt Beispiele hierfür und stellt die Affinität zu Ausstellungen heraus.

Mit dem Fazit verbunden, dass nur wenige Leitbilder eine Affinität zu Ausstellungen besitzen. Die meiste Affinität hat – einer Durchsicht Umlaufs von mehreren Jahrgängen von Kulturzeitschriften zufolge – die Hochkultur. Und zwar mit dem Ziel, „zum Schönen, Wahren und Guten zu führen“ und als „kulturelle Repräsentation der Elite“, beispielsweise durch „Kammerkonzert, Oper, Sprechtheater, Inkunabel-Ausstellung“.

Das Gegenstück dazu ist die „Amateurkultur“. Ihr Ziel ist es, „den Bürgern zum bewussten Umgang mit den alltäglichen kulturellen Ausdrucksformen zu verhelfen“, beispielsweise über eine „Ausstellung über Kopftücher bei deutschen und türkischen Frauen“ oder „über Graffiti“ und „Stadtfeste“.

Des weiteren – und das dürfte für viele Bibliotheken nicht überraschend bzw. der Hauptgrund für Ausstellungen sein – die Kulturelle Bildung. Sie dient „den Menschen zur Erweiterung ihrer kulturellen Kenntnis und Selbsterkenntis […]“ und fördert die „Kreativität“, beispielsweise durch „Literaturgesprächskreis, Gesprächskonzert, Ausstellung zur Buch- und Schriftgeschichte“.

Über meinen Beitrag zur Ausstellungsfinanzierung mit Schwerpunkt Sponsoring verweise ich auf das Abstract eines früheren Tagebucheintrages.

* By the way: Wie immer finde ich es nach wie vor unangebracht, dass eine Autorenschaft kostenfrei zu sein hat. Zwar mag das Publizieren für Hochschulangehörige verpflichtend und indirekt vergütet sein, doch für Selbständige verhält es sich eben nicht so. Sie müssen die eingebrachte Arbeitszeit auf ihre sonstigen Honorare aufschlagen. Das Schreiben wird folglich von denjenigen mitbezahlt, die möglicherweise nicht einmal von den Artikeln direkt profitieren. Ich persönlich verbuche die Zeit um des lieben inneren Frieden willens als persönliche Fortbildung und inhaltliches Feintuning ab. Nun ja, doch auch das muss schließlich quersubventioniert werden. Sorry, dass meine nächste Honorarpreiserhöhung in 2017 u. a. diesen „Nebenbei-Umsonst-Arbeiten“ geschuldet. Auch, wenn’s mir Spaß gemacht hat.

Reingespitzt (I): Praxishandbuch Ausstellungen in Bibliotheken

Cover Praxishandbuch BibliothekenFrisch auf meinem Tisch – mein persönliches Belegexemplar „Praxishandbuch Ausstellungen in Bibliotheken“ ist gelandet. 33 Artikel von 40 Autor(inn)en ist das satte Ergebnis eines studentischen Publikationsprojekts im Seminar „Von der Idee zum Buch“ im Fach ‚Bibliothek- und Informationswissenschaften‘ des Studienfachs Germanistische Linguistik an der Humboldt-Universität zu Berlin unter Herausgeberin Dr. Petra Hauke, erschienen im De Gruyter Verlag. Vorgestellt wurde es erstmals zum Bibliothekskongress in Leipzig am 14.03.2016.

Bevor ich im zweiten Weblog-Teil über die Inhalte spreche, erlaube ich mir einen Ausflug in das von mir erlebte „Vorab“. Dieses Weblog ist schließlich und endlich etwas wie ein persönliches Tagebuch meiner Arbeitswelt. Von daher …

Reingespitzt in den Hintergrund zum Buch

Angefragt zu einem Beitrag hatte mich die Studentin Vivan Charleen Kübler am 24.10.2015. Da ich zu etlichen der geplanten Kapiteln hätte etwas schreiben können, überließ ich es den Studierenden, sich etwas für mich auszusuchen. Wo sich niemand zum Thema findet, werde ich es übernehmen. Ich traute mich fast wetten, dass es das etwas verzwickte Kapitel Ausstellungsfinanzierung werden würde. Nun gut, gewonnen. Doch in Anbetracht der enormen Bandbreite versah ich es vorsichtshalber mit dem Schwerpunkt Sponsoring.

Am 03.01.2016 erfuhr ich also das genaue Thema, und zwei Wochen später, am 17.01. gab ich meinen Beitrag ab. Rekordverdächtig? Nein, vielmehr eingetaktet in meinen Arbeitsplan, der ein früheres Schreiben im immer sehr seminarreichen Herbst gar nicht zugelassen hätte. Der Vorteil dieser Zeitverknappung: einfach konzentriert dran geblieben. Hat man mehr Zeit, muss ein Artikel auch nicht unbedingt viel besser werden. Da ich zudem eine Viel- und Schnellschreiberin bin – kein Wunder bei drei Weblogs –, konnte ich mich auf den netterweise erweiterten Abgabetermin einlassen.

Dennoch – eine Schreibblockade durfte nicht vorkommen, und glücklicherweise war ich im Thema sehr sattelfest drin. Schon auch deshalb, weil ich auf meine frisch aufpolierten Moduleinheiten zurückgreifen konnte, die ich für das Modul „Öffentlichkeitsarbeit“ zur Fernweiterbildung „Bibliotheksmanagement“ der Fachhochschule Potsdam als Dozentin gerade in Arbeit hatte. Recyceln nennt sich das. Wobei ich natürlich den Artikel auf die Bedarfe der Ausstellerorganisatoren angepasst hatte.

Außerdem ließ sich an einer Stelle auch die Rückkopplung einer Fernweiterbildungsteilnehmerin mit einbeziehen. Dahingehend, dass mir justament ein aktuelles Vertragsbeispiel zu Sponsoring einer Bibliothek (und nicht eines Sportvereins, davon gäbe es mehr als genug!) vorlag, welches meine theoretischen Ausführungen und Erkenntnisse in diesem Bereich in Form einer Praxisausführung bestätigte. Das ersparte mir Dutzende von Anrufen und Wiedervorlagen bei Bibliotheken und Behörden.

Am meisten Arbeit machte es mir, die (steuer)rechtlichen Situationen auf ihre Stichhaltigkeit und Aktualität hin zu überprüfen. Es reicht nicht aus, sich auf das einmal Erarbeitete zu verlassen, denn im Hinblick auf Geld und Vertragsgestaltung ist die Verantwortung, dass alles seine Richtigkeit hat, schon sehr hoch.

Ich hoffe, Sie ein wenig neugierig auf das Werk selbst gemacht zu haben und lade Sie ein, nächste Woche im Teil 2 in die Inhalte des Buches reinzuspitzen. See you!

Selbstversuch als Teilnehmende oder: „Was du nicht lerntest, obwohl du’s lehrst, …“

VideokameraRegelmäßig schlüpfe ich in die Rolle einer Teilnehmerin und gönne mir eine Fortbildung. Natürlich sehe ich den Seminarleiter aus einem ganz eigenen Blickwinkel. Ich will auch nicht überkritisch sein oder ihm oder ihr ins Handwerk pfuschen. Doch selbstverständlich nehme ich rege Anteil am Geschehen und bringe mich mit ein. Schließlich zahle ich auch Teilnahmegebühren.

Kommunikationsmodelle

Und im Falle von Äußerungen des Trainers, dass „auf einen groben Klotz durchaus auch ein grober Keil gehört“, muss und brauche ich mich ganz sicher nicht zurückhalten. Da schrie die Kommunikationstrainerin in mir „Hilfe, geht gar nicht!“.

In konsequenter Missachtung führte der Trainer des von mir besuchten Seminars viele seiner eigenen theoretischen Ausführungen ad absurdum, wie zum Beispiel eine „Kommunikationsgrundregel“ (sic!), „die Ihnen alle bekannt sein dürfte“, so der Trainer. (Was, die kennen Sie nicht? Ich auch nicht. Na, wenigstens fiel etwas später mal kurz der Name „Schulz von Thun“. Ach so, das „4-Ohren-Modell“ oder auch „4-Seiten-Modell“ bzw. „Kommunikationsquadrat“. Tipp: Kann ein Trainer seine Modelle weder exakt benennen noch die dazugehörenden Begriffe sauber aufführen, sollte er sie lieber nicht verwenden.)

Wie auch immer … Dem Modell zufolge könnten „klotzartige“ Beleidigungen (die den Bereichen der Selbstbekundung, des Beziehungshinweises oder des Appells zuzuordnen sind) überhört und stattdessen auf die Sachinhalts-Ebene gelenkt werden.

Möglich wäre auch ein klärendes 4-Augengespräch mit der klar hervorgebrachten Bitte, Beleidigungen künftig zu unterlassen. Das Beispiel bezog sich auf einen Bürgermeister, der seine Stadträtin verbal anging, was offenbar sein „normales“ Verhalten war.

Fest steht: Verbal zurückzuhauen dient keiner konfliktfreien, konstruktiven Gesprächsführung. So entstehen lediglich (Klein-)Kriege, die am Ende der siebenstufigen Konfliktleiter (nach Glasl*) stehen. Herr Lehrer, bitte – das sind BASICS! Es reicht nicht, ein bisschen in der Methodenkiste rumzupfuschen, um sich als Seminarleiter berufen zu fühlen. Das dient nur ihrem Geldbeutel und nicht der De-Eskalation am Arbeitsplatz, vom Weltfrieden ganz zu Schweigen. Auch nicht der überzeugenden Argumentation, denn ein Klotz auf einem Klotz überzeugt nur in einer Hinsicht: Da ist Gewalt im Spiel!

Dennoch nicht verloren

Nun, mein Geld war nicht gänzlich zum Fenster hinausgeschmissen, denn die Übungen aus der (zum Teil missverständlich eingeführten) Methodenkiste waren lehrreich, da die Teilnehmenden topp drauf waren. Um so unverständlicher waren die zahlreichen, brummig-harschen Anweisungen des Herrn Seminarleiters, der seine Rolle sehr einseitig, nämlich Ich-bezogen auslegte und sich in der Rolle des Dompteurs wähnte.

Die Teilnehmenden machten sich in den Pausen gegenseitig Mut und motivierten sich, durchzuhalten. So war der Zusammenhalt der Gruppe ein recht angenehmer, der sich positiv auf die Inhalte auswirkte. Interessant für mich war, dass wir (mein Kollege Burger war ebenfalls dabei) trotz des – ja, ich muss das jetzt so sagen: grottenhaft dilletantisch in Methodik wie Didaktik vorgehenden Seminarleiters (wobei er doch zumindest die Technik des Videoeinspielens beherrschte, immerhin) – einiges an Erkenntnissen mit nach Hause brachten. Dafür danken wir den Teilnehmenden herzlich!

Und: Nein. Ich verrate weder Seminarort noch den Namen des Referenten. Es reicht schon, dass ich in die Gefahr laufe, mit dieser Schilderung „mein eigenes Nest zu beschmutzen“. Was ich stattdessen will, ist, Sie zu motivieren, dass sich Fortbildung auch mit ungünstigen Rahmenbedingungen trotzdem lohnen können. Wenn SIE es wollen und SIE den inneren Ablauf mit steuern! Denn das Selberdenken und -handeln kann und darf Ihnen ohnehin niemand abnehmen oder gar verbieten. Und den Mund schon gar nicht, im Sinne von: „Das werde ich jetzt nicht mit Ihnen diskutieren“, um dann seinerseits lang und breit einen Monolog dranzuhängen. Bestehen Sie zumindest auf ein 4-Augen-Gespräch. (Wir hatten keine Zeit mehr dazu).

Lassen Sie keinesfalls alles über sich ergehen und mit sich machen. Erwachsene Menschen haben ein Recht darauf, mitzubestimmen. Heute ist das gelebte Modell die des Lernbegleiters, nicht die des Oberlehrers. Falls da wer einen Paradigmenwechsel verschlafen hat, sollte er noch einmal die Schulbank drücken. Es gibt da prima Weiterbildungen, wie man ein fähiger Erwachsenenbildner werden kann. Nur fachlich versiert (bzw. in diesem Falle „vorbelastet“ zu sein), das genügt heute nicht mehr.

Und: Nein. Ich habe auch entgegen meiner innersten Einstellung (mit dem Thema hatte ich sogar diplomiert) keinen Evaluationsbogen abgegeben. Denn das Ergebnis hätte nur lauten können: „Setzten, Fünf Minus.“ Dazu bin ich dann doch zu kollegial eingestellt und gestehe jedem Trainer mal einen (in unserem Falle waren es zwei) schlechte Tage zu. Er wird an meinen / unseren Reaktionen hoffentlich gelernt haben und sich künftig auf die Seite der Teilnehmenden stellen, sonst hat er nämlich bald seinen Job verloren.

* Nachzulesen bei Friedrich Glasl: Konfliktmanagement. Ein Handbuch für Führungskräfte, Beraterinnen und Berater. Haupt, Bern 9. A. 2009, ISBN 978-3-258-07556-3.

Lebenserwartung von Selbständigen: beinahe optimal

Kippbild junge / alte Frau

Von William Ely Hill (1887–1962) – „Puck“, 6. Nov 1915, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3836554

Als Beamtin wäre sie noch höher, meine Lebenserwartung. Doch vielleicht rechnet der liebe Gott oder Gevatter Tod meine ersten 11 Jahre unter Staates Fürsorge mit an. Als Selbständige scheine ich jedoch besser dran zu sein als Arbeiterinnen oder Angestellte, immerhin. Mein Medianalter liegt also bei 85,5 Jahren. Muss es auch, damit ich die späte Rente noch ein paar Jährchen lang genießen kann. Zu finden sind diese Art Prognosen im Anhang „Demografische Forschung Aus erster Hand Nr. 2/2016“ aus der Pressemitteilung „Wer lebt länger?“ des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung. Dort steht, dass Unternehmerinnen, die ihr 40. Lebensjahr erreicht haben, sogar bis 90 Jahre alt werden können. Und das hinge mit der Bildung zusammen. Und mit dem Einkommen.

Tja, da schauen wir Menschen, die im Bildungsbereich arbeiten, allerdings etwas in die Röhre. Denn eine goldene Nase lässt sich – zumal im öffentlichen Dienst agierend – eher nicht verdienen. Doch sicher ist Zufriedenheit ein Türöffner für ein schönes, wenn auch nicht übermäßig langes Leben. Und da tue ich mir leicht. Denn dass ich zufrieden bin über meine Wahl, NICHT verbeamtet geblieben zu sein, dass darf man mir ruhig glauben. Es lädt dazu ein, aktiv neue Wege zu suchen und zu gehen und hält die Möglichkeit bereit, selbstbestimmt hinzulernen zu dürfen. Und nicht auf die Gnade einer gewährten Fortbildung hin zu warten.

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