Trainerinnen sind immer gesund …

… und wären sie angestellt, wären es die effektivsten Mitarbeiterinnen. Es sei denn, eine Vertretung wäre gesichert. Im Falle selbstständiger Trainerinnen kann man davon ausgehen, dass sie mit dem Kopf unterm Arm anreisen. Sicher nicht (nur) des Honorars wegen. Mir jedenfalls ist es eine schreckliche Vorstellung, dass alle Teilnehmenden wieder ausgeladen werden müssten. Da wurden schon Fahrkarten gekauft*, Unterkünfte gebucht*, die Betreuung der Kinder organisiert, vielleicht gab es sogar einen kleinen Kampf mit dem Arbeitgeber, ob man überhaupt zur Fortbildung darf – und dann findet diese gar nicht mal statt.

Warum ich auf das Thema komme? Na, raten Sie.

Auch mir passiert es alle Jubeljahre einmal, dass ich krank werde. So wie gerade eben. Die Stimme futsch, der Kopf tut weh, die Glieder schmerzen … nein, keine Schweinegrippe, aber vielleicht so ähnlich. Vorgestern kündigte sich das Dilemma an. Die gestrige Veranstaltung überstand ich mit wechselweiser Einnahme von Ipalat (übrigens einer in meinem Wohnort Bamberg hergestellten Arznei, aber das ist reiner Zufall), Umckaloabo (die Flasche steht neben mir, sonst hätte ich spontan nicht mehr gewusst, wie man das Wort schreibt), Tonsiotren (wirkte schon mal besser, aber vielleicht störte dem homöopathischen Mittel die gleichzeitige Einnahme von Ipalat?), Kräutertee von Eiles (im Umsteigebahnhof Würzburg erhalten, nebst guten Besserungswünschen der Verkäuferin) sowie dem Mantra „Du bleibst fit, Du bleibst fit, …“

Dass die Veranstaltung trotz denkbar schlechtester Luft (Computerraum, Thema Texten für das Web) erfolgreich verlaufen konnte, ist meines Erachtens  eine Willensfrage. Jedenfalls für mich. So habe ich wenig Verständnis für Trainer/innen, die absagen, weil sie sich einen Zeh verknackst haben oder eine Zahnfüllung verloren. Ich würde als Veranstalter jedenfalls kein zweites Mal ein Risiko mit jenen eingehen.

„Haben Sie denn noch nie absagen müssen?“ wäre jetzt Ihre berechtigte Frage.

Doch. In den letzten 13 Jahren meiner Trainerinnentätigkeit genau 2-mal. Einmal vor einer dreitägigen Inhouse-Veranstaltung – da wusste ich schon ein paar Tage vorher, dass ich richtig krank werde und die drei Tage nicht durchstehen würde. Inhouse ist jedoch wenigstens nicht mit einer Anreise von Teilnehmenden verbunden, der Alltag geht dort dann einfach weiter.
Und ein zweites Mal, als meine Mutter starb. Sie war es auch, die uns Kindern (ich habe noch zwei Geschwister) den Satz mitgab: „Wer lumpen kann, der kann auch arbeiten!“ Eine durchgezechte Nacht (Fasching während meiner Lehrjahre in Regensburg) war denn auch kein Grund für mich, nicht mit gewaschenem Gesicht pünktlich zum Dienst zu erscheinen.

Doch bei einem derart spannenden Beruf wie dem einer Trainerin – da verzichtet man schon gerne aufs Zechen (und auf Knoblauch!) am Tag vor einer Veranstaltung. Das gleiche gilt auch für Sport. Ja, so weit geht’s, wenn’s gut gehen soll ;-)

Die ultimativ beste Vorbeugung gegen bzw. zur Heilung von Krankheiten ist jedoch nach wie vor: Spaß am Beruf haben!

Allen, die trotzdem gerade darniederliegen, wünsche ich baldige Genesung.

* Achten Sie bei Ausfall einer Veranstaltung auf die Vertragsausfertigung. Wer übernimmt die Haftung für bereits entstandene Kosten? Teilnehmende bzw. deren Insitutionen oder der Veranstalter? In der Regel haftet der Veranstalter nicht für die durch Ausfall entstandenen Schäden. Dies muss jedoch aus dem Vertrag bzw. aus den Allgemeinen Geschäftsbedingungen hervorgehen.

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