Nachklapp: Sponsoring-Workshop am 1. SBTSH 2009

Sponsoring_Diskussion

Tagungstaschen

Als Referentin für den Programmpunkt Sponsoring? Sponsoring! – Drittmittelbeschaffung für Schulprojekte anlässlich des 1. Schulbibliothekstag Schleswig-Holstein am 4.11.2009 hatte ich versprochen, meine jeweils 45-minütigen Workshops zu dokumentieren. Damit sich die Arbeit mehrfach lohnt, kommen nun auch die Leser(innen) und Kund(inn)en des WEGA-Teams in den Genuss der Ergebnisse. Falls es Sie also interessiert, was man so alles in einer Dreiviertelstunde an Erkenntnissen gewinnen kann, dann hier klicken:

HelferInnen_altenholzgymn

Sechs Schüler(inn)en des Gymnasiums Altenholz, dem Tagungsort, halfen bei der Durchführung des Workshops bereitwillig, verständig und sehr flexibel mit. Für sie war es schließlich eine Unterrichtsstunde. Letztendlich sollten neben den Tagungsteilnehmenden auch SIE eine Sponsoringaktion planen können.

Einweisung

Eine halbe Stunde vor Workshopbeginn konnten die Klassenräume hergerichtet werden. Hier teilte ich die „Ordinanzen“ ein und bereitete sie auf ihre Aufgaben vor. Zu besetzende Rollen waren: Pressefotograf/in | Interviewer/in | Tafeltechniker/in | IT-Beauftragte/r | Zeitmanager/in | Fragenprotokollant/in.

Es geht los …

MinderheitIn den Workshops zeigte eine erste „Aufstellung“ die Teilnehmendenstruktur: Wer kam als Lehrer/in? Wer als Bibliothekar/in? In der Minderheit waren eindeutig die Bibliothekar(inn)en, überwiegend kamen Lehrer/innen, einige wenige vereinten beide Berufe in sich. Eine zweite Aufstellung verdeutlichte, wer eine Schulbibliothek „sein eigen“ nannte (die Mehrheit), und wer bislang „nur“ als „Schulbibliotheksnutzer/in“ auftrat bzw. eine Schulbibliothek plante.

InterviewAus der Menge der „Schulbibliotheksinhaber/innen“ wählte eine Schülerin ihre Interviewpartner/innen aus und stellte die Frage: „Wie finanziert sich Ihre Schulbibliothek?“. Die Antworten visualisierte ich parallel zum Interview auf einer Flipchart.
Das Fazit:
Schulbibliotheken erhalten sich mehr schlecht als recht durch eine Mischfinanzierung:

  • Geld und Sachspenden
  • Sponsoringaktionen
  • Etat der Schule
  • Zusatzetats
  • aus Kreis
  • Förderfonds
  • über Schülerfirma
  • Stiftungsgelder
  • … man müsse eben „zusammenkratzen“

Eine dritte Aufstellung gab Aufschluss über die Frage: „So stehe ich zu Sponsoring“. Eine gedachte Linie von 0% („Ich lehne Sponsoring ab“) bis 100% („Ich stehe voll zu Sponsoring“) zeigte augenfällig, dass die meisten Teilnehmenden sich in der Mitte trafen, es jedoch auch etliche gab, die sich in der 20%-Zone aufhielten.

An die Reihe der Skeptiker/innen wurde die Frage gerichtet: „Was verstehen Sie unter Sponsoring?“

  • Bildungshoheit
  • Notlösung
  • macht abhängig
  • unbehagliches Gefühl
  • kämpfen, macht Arbeit
  • kein kontinuierliches Mittel
  • sich untreu werden
  • nur, wenn auf sicherer Basis
  • nicht rein auf Sponsoring aufbauen
  • Zubrot

Diese berechtigten Eingaben wurden aufgegriffen und durch weitere Informationen und über den Austausch unter den Teilnehmenden entweder bestätigt, relativiert oder auch aufgelöst. Ganz klar kam heraus, dass Sponsoring keinesfalls den Bildungsträger und die Gesellschaft von ihrer Aufgabe entbinden sollte. Darin waren sich alle Anwesenden einig. Wem jedoch Sponsoring unmoralisch erschien, dem wurde zu Bedenken gegeben, dass das Vorenthalten einer Schulbibliothek bzw. seiner ausreichenden Ausstattung ebenfalls als unmoralisch gelten müsse. Die Entscheidung bleibt jedoch allen Protagonisten selbst überlassen. Sie ist letztendlich im Einvernehmen aller Beteiligter von der Schulleitung zu treffen, unter Berücksichtigung rechtlicher Rahmenbedingungen und Vorschriften

Sponsoring_wasbrauchenIn einem nächsten Schritt gingen wir gemeinsam die Aufgabe an, Ideen und Wünsche zu sammeln zur Frage: „Was brauchen wir für unsere Schülerbücherei?“ Für eine bessere Übersicht unterteile ich hier die Sammlung aus den zwei Workshops:

Grundlegendes

  • Bibliotheken
  • Geld
  • Personal, z. B. Schulbibliothekar/in, kompetente Hilfskräfte, Fachangestellte (Bibliotheksassistenten)
  • Wertschätzung
  • (Schöne NEUE) Bücher
  • Medien
  • Computer
  • Ausleih-PC-Programme
  • Internet

Raum

  • Schöner Raum (nicht Keller)
  • großer Raum mit Möglichkeiten der Strukturierung
  • Licht
  • Platz
  • Themenecken
  • Leseecken

Raumausstattung

  • schönere optische Raumgestaltung
  • Regale
  • Regale zum Präsentieren
  • Buchstützen
  • Verbuchungstheke
  • schöne, bequeme Möbel
  • Sitzmöbel Marke „Lümmel“, Sofa, Sessel, Sitzsäcke, Kissen
  • (große) Arbeitstische / Tische
  • Lampen, Leselampen
  • Pflanzen
  • Bilderrahmen

Sonstiges

  • Fortbildung in Bibliotheksaufgaben und -verwaltung
  • Renovierung
  • Etat für Aktionen
  • Folien

Sponsoring_GegenleistungNun ist es jedoch bei Sponsoring so, dass die beiden Partner – Gesponsorte wie Sponsor – eine Geschäftsvereinbarung auf Gegenseitigkeit abschließen. Leistung und Gegenleistung müssen sich die Waage halten, damit die Grundlage zum Sponsoring gegeben ist. Denn nur so ist die Leistung buchhalterisch voll als Betriebsausgabe der Firma (und somit steuerbegünstigt) anzurechnen. Einer der großen Unterschiede zur Spende. Und deshalb wollte ich von den Teilnehmenden wissen: „Was bieten wir unserem Sponsorpartner als Gegenleistung?“ Das waren die Antworten:

  • Forum bei Schulveranstaltungen
  • Büchereifest „gesponsert von …“
  • Nennung des Sponsors / Werbefläche auf den Büchern
  • Webseite im Schulplaner (Kapitel Bibliotheksaufbau)
  • Positiver Eintrag / Erwähnung auf der Schulhomepage
  • Exponierten Platz bei Jobmesse
  • darf sein Logo aufhängen und einen Stand einrichten (für ca. € 3.000.-)
  • redaktionellen Presse- / Zeitungsartikel mit Nennung von Sponsoren
  • Präsentation auf dem Schulfest
  • Werbung auf Schultrikot
  • interessierte Kunden (z. B. für Sitzmöbel)
  • eine Schulöffentlichkeit von ca. 2.500 Personen
  • Kaffeebecherwerbung / Lehrer
  • Werbung in Schülerzeitung
  • Exklusivwerbung (Schild an der Tür)
  • Exklusivwerbung gesamte Einrichtung
  • Fahnenmast
  • Werbung auf Schulbroschüre
  • Bandenwerbung
  • Plakate bei Schulfest, Verabschiedung etc.
  • Teilnahme an Festivitäten plus freier Verzehr
  • Bücherkauf immer in einer Buchhandlung?
  • Unternehmen pädagogisch auswählen!?
  • Regalpatenschaft
  • Offener Dank (Begrüßungsrede)
  • Türschild am Klassenraum mit Logo
  • Gardinen mit Logo-Webkante
  • Papier-/Arbeitsmaterial bei einer Anlaufstelle

Wer wollte, konnte noch einen ungefähren Gegenwert in Euro anfügen, was sich denn so auf die Schnelle nur eine Person zutraute. (Anmerkung: in einem Ganztagesseminar gehe ich auf diesen Punkt konkreter ein und liefere auch Rahmenzahlen.)

Sponsoring_GelingenDie letzte Aufgabe innerhalb der beiden 45-minütigen Turbo-Workshops betraf die ersten Schritte zur Umsetzung. Die Frage war: „Was sind die Gelingensbedingungen / Voraussetzungen fürs Sponsoring?“

  • Absicherung (rechtlicher Art)
  • genaue Planung
  • Zeit
  • Leitbild / Beschreibung
  • Interesse
  • Begeisterung
  • Vertrag
  • Projektbeschreibung
  • Auswahl des richtigen Sponsoringpartners
  • Direktor, Chef, Mitstreiter, Team, Bürgermeister, Elternbeirat
  • Visionen
  • Promotor

Die Fragenprotokollantin hatte während den beiden Workshops auftragsgemäß folgende Fragen der Teilnehmenden notiert, die in aller notwendiger Kürze so weit wie möglich beantwortet wurden. Teilweise musste ich jedoch auf die zum Download hinterlegte PowerPoint-Präsentation verweisen, die einige weitere Details enthält.

  • Was ist der Unterschied zwischen Sponsoring und Fundraising?
  • Gibt es rechtliche Probleme beim Sponsoring?
  • Kann ich meine Schule offiziell sponsern lassen?
  • Darf man in der Schule Werbung machen?
  • Wie finde ich den richtigen Partner als Sponsor?
  • Dürfen unsere Sponsorpartner überall Werbung machen?
  • Können ganze Arbeitsstellen gesponsert werden?

Zum Abschluss gab es das Versprechen einer Fotodokumentation, die möglichst per Papierausdruck allen mit heim gegeben werden sollte. Das hat zeitlich leider nicht ganz geklappt. Der IT-beauftrage Schüler, der bereits die Worddateien fast fertig hatte, wollte am nächsten Tag weiterarbeiten und stellte mit Schrecken fest, dass der PC nach dem Herunterfahren auf seinen Ursprungszustand gesetzt war. Alles umsonst!

Nun, deshalb gibt es hier eine ausführliche Beschreibung, garniert mit ein paar Fotos. Ich hoffe, es hat auch denjenigen Erkenntnisse gebracht, die nicht selbst am Schulbibliothekstag dabei sein konnten. Und vielleicht Lust gemacht, mehr über Sponsoring zu erfahren (natürlich nicht nur für Schulbibliotheken). Jederzeit gerne übers WEGA-Team buchbar.

Über den 1. Schulbibliothekstag in Schleswig-Holstein wurde außerdem ausführlich berichtet: FobiKom-Weblog (Teil 1: Impressionen und Programmübersicht) | (Teil 2: Impulsreferat) | (Teil 3: Schlussrunde) sowie basedow1764’weblog.

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