Nachklapp (1): zbw-Fachtagung zu Change Prozessen

Wie im letzten Beitrag versprochen, hier ein kurzer Bericht zur Fachtagung des Zentrums für betriebliches Weiterbildungsmanagement (zbw) vom 19.11.2009 in Nürnberger Sheraton Hotel Carlton. Die Zielgruppe waren klein- und mittelständige Unternehmen und ich wollte mal sehen, was ich für unsere Non-Profits als Impulse mitnehmen kann.

„Bewegen, verändern, erneuern: Change Prozesse gestalten“ – so das Motto der Tagung, zu der sich rund 70 Interessierte – überwiegend männlich – angemeldet hatten.

Eine knackige Einführung in die Grundideen und Trends zum Change-Management lieferte Prof. Dr. Susanne Rank aus der Fachhochschule Mainz. Sie stellte zu Beginn die wesentlichen Fragen vor, deren Beantwortung einen erhellenden Einblick in die Situation bzw. den Willen zur Veränderung bieten. Ein paar daraus zu beantworten ist auch für Non-Profit-Organisationen sinnvoll – hier eine kleine Liste:

  • Wie dringend war die [in den letzten 6 Monaten erfolgte] Veränderung?
  • Was glauben Sie, wie sehr Ihre Mannschaft, Führungskraft und Mitarbeiter/innen, die Veränderungsziele verstanden haben?
  • Wie stark war die Beteiligung Ihrer Mannschaft am Change?

Der Erfolg, so Rank, ist an einer einfachen Formel zu messen: inhaltliche Qualität mal Akzeptanz. Veränderungsprozesse managen heißt also, bewusstes und systematisches Gestalten der inhaltlichen Konzeption und der sozialen Integration in die Unternehmenskultur. Letzteres bedeutet das „Wie“ sowie die „Soft Facts“.

Der geplante, durchgeführte, kontrollierte Change Management umfasst die gewollten Veränderungen in Strategie, Prozessen, Organisation, Denkweisen und Verhalten. Die Ziele sind – wie so oft – Effektivität, Effizienz und Akzeptanz zur Maximierung von ganzheitlichen Veränderungsmaßnahmen und -prozessen.

Fünf Schritte braucht es dazuInformieren, Klären, Überzeugen, Einbeziehen, Handeln.

Oder anders gesagt: Kenntnis, Verstehen, Akzeptieren, Commitment, Umsetzung.

Oder bildlich gesprochen: in die Augen, in den Kopf, ins Herz, ins Verhalten, in Aktion.

Die Schrittdimensionen betreffen die Intensität des Prozesses im Zusammenhang zu Zeit- und Zielvorgaben.

Besonders angetan haben es mir (wieder einmal) die „Four Rooms of Change“ nach Claes F. Janssen. Diese „Vier Zimmer der Veränderungen“ heißen: Raum der Selbstzufriedenheit, der Ablehnung (mit Abdriftung in den „Kerker der Ablehnung“, der Verwirrung (mit dem Untergeschoss „Paralyse“) und – dem erstrebenswerten Raum! – der Erneuerung. Nebenbei finden wir den „Sonnenraum“ und die „Tür in die falsche Richtung“. Na? Wo stehen Sie gerade, wo steht Ihr Team? Kucken Sie mal hinter die Türen …

Eine Folie, die sicher einige Irritationen in der Wahrnehmung von Ist-Zuständen erklären dürfte, betraf die Emotionale Reaktion auf Veränderungen“, die so genannte „Change Kurve“.

Sie beschreibt die Veränderungsphasen von der „Ankündigung der Veränderung“ bis zur „Implementierung der neuen Welt“. Dabei durchschreitet sie ein „Tal der Tränen“. Dieses tiefe Tal, aber auch alle anderen Phasen wie „Abwehr, Ärger“ bis hin zu „Integration, Selbstvertrauen“, werden je nach „Top-Manager“, „Manager“ oder „übrige Mitarbeiter“ zu unterschiedlichen Zeiten durchschritten. Im Extremfall kann das bedeuten, dass die Führung bereits mit der Intergration des Change zugange ist, während die Mitarbeiter/innen sich noch im Schockzustand der zu erwartenden Veränderungen befinden.

Fazit: Der flotte Einstieg in die Fachtagung war inspirierend. Ein paar der Bilder werden sicherlich in unser Innovationsmanagement-Seminar mit einfließen. Zum Beispiel am 18.01.2010 in Bamberg.

Im nächsten Weblog-Beitrag lasse ich Sie am Workshop 1 zu „Fast Forward! Eine Hochleistungskultur aktiv gestalten“ teilhaben. Referent war Thomas Kreisel, Personalentwicklung und Akademie der Rodenstock GmbH. Bis bald!

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