Apropos Zeit …

Las ich kürzlich zufällig in Wikipedia folgenden Satz: „Es sei unrealistisch, dass ein Zeitmanagement-Experte oder ein Ratgeber mittels einfacher Rezepte jene unangenehmen Probleme löse, die für Hektik, Stress und den Zeitdruck verantwortlich sind.“

Unangenehme Probleme. Hm. Sind Probleme nicht meistens unangenehm? Okay, das mag spitzfindig sein.

Doch: Zeitmanagement-Experte. Wer soll das sein? Uhrologen? Big Brother ist WATCHing you?, Also, ich persönlich sehe mich auch nicht als Expertin von Zeit an. Sondern als Vermittlerin, die anderen dabei behilflich ist, einen adäquaten Umgang mit der Zeit und mit sich selbst zu entdecken.

Raten? Kopfschütteln. „Rate sich jeder selbst und tue, was er nicht lassen kann, …“, so Goethe, und er wird sogar unter Erwachsenenbildungsexpert(inn)en immer wieder gern zitiert und dabei absolut ernst genommen. Hintergründe erläutern, etwa zu Abläufen im Körper bei Stress oder praktikable Ablagesysteme vorstellen, ja, das sicher. Aber raten? Das kann nur im Kontext geschehen, in der sich die ratsuchende Person befindet. Und die kann ich nur raten …

Also auch in dieser Hinsicht gestaltet sich der Wikipedia-Eintrag als ein bedenklicher und von erfolgreichen Erwachsenenbildner(inn)en nicht ernst zu nehmender Text. Erwachsenenbildung – das meint übrigens „die Lehre vom Lernen Erwachsener“ – und nicht: Ratbildung für alle Lebenslagen!

 

Sind noch die einfachen Rezepte zu sezieren. Ja, es gibt einfache Erklärungsmodelle für manche Zeit- und Selbst-Irritationen. Aber ob das dann gleich schon Rezepte sind? Eher doch Zutaten für die eigene Küche, wo diejenige Suppe kocht, die jede(r) letztendlich selbst auszulöffeln hat.

Das Geschirr für die gute Suppe kann ich liefern, zum Beispiel in Form von Modellen und Checklisten. Die Kräuterliste, also die Ideensammlung zum Selbstmanagement, lässt sich jederzeit abwandeln. Doch kochen und essen dürfen Sie das alles selbst, denn IHNEN muss es schmecken. Insofern stimmt es tatsächlich: es gibt KEIN einfaches Suppenrezept, das allen gleichermaßen schmeckt. Wir sind alle „besonders“. Auch und gerade im Umgang mit der Zeit und mit uns. Diesem Umstand Rechnung zu tragen und doch allen Teilnehmenden eine Ahnung von persönlich bewältigbarer Kochkunst zu vermitteln – DAS scheint mir die hohe Anforderung an einen Zeitmanagement-Coach, bzw. einer Erwachsenenbildnerin. Vielleicht sind wir ja tatsächlich so etwas wie das „Salz in der Suppe“?

Falls Sie jetzt noch Lust haben auf ein WEGA-PraxisSeminar zum Zeit- und Selbstmanagement, dann lade ich Sie herzlich zum gemeinsamen Köcheln „nicht im eigenen Saft“ ein, sondern unter Gleichgesinnten: nächster Termin in Bamberg ist der 10.02.2010, Anmeldeschluss der 27.01.10. Anmeldeformular hier.

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