Snapshot 1996

Geschichten aus 15 + 1 Jahr WEGA-Team.

[ 1996 ] In diesem spannenden erstem Jahr der Projektierungsphase, sammeln wir wertvolle Erfahrungen. Wir lernen die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit vorurteilsfreien Geschäftspartnern kennen, aber auch die Nützlichkeit von Verträgen.*

Was mag wohl die Geschichte hinter dem letzten Satz gewesen sein?

Vorurteilsfreie Geschäftspartner waren diejenigen, die mich damals als Leitbildmoderatorin noch ohne tiefere Erfahrungswerte buchten. Wohlwissend, dass so etwas auch schief gehen kann. Doch Weißenburg, Sindelfingen und Solingen zeigten hohes Vertrauen, und alles ging gut! Dafür bedanke ich mich nach 16 Jahren noch einmal herzlich bei den Kolleginnen und Kollegen der ersten Stunde!

Die Nützlichkeit von Verträgen lernte ich kennen, als meine damalige Teamkollegin, eine Kommunikationsdesignerin, das Logo für eine bayerische Bibliothek anfertigte. Und wir auf dieser Arbeit leider sitzen blieben. Denn zwar war man sich mit dem Bibliothekar einig, dass der Auftrag zustande kommt, doch der damalige Bürgermeister fegte den Entwurf kurzerhand beiseite. Er hatte einen eigenen Grafiker im Auge, dem er das Geschäft zukommen lassen wollte.

Heute wissen wir: trotz des damals noch fehlenden schriftlichen Vertrages ist dem BGB zufolge ein mündlicher Vertragsabschluss bereits erfolgt. Doch selbst, wenn dem nicht so gewesen wäre, so hätte die Logoerstellung zumindest ausgeschrieben werden müssen. Wie auch immer … wir haben daraus gelernt: erst der schriftliche Vertrag mit Unterschrift, dann wird gearbeitet. Dass die Ausarbeitung jener Verträge über all die Jahre ebenfalls ein Lernprozess bleiben würde, war uns klar. Und dennoch haben wir es uns nicht schwerer gemacht, als notwendig. Bisher ging alles ohne Rechtsanwälte glatt. Die ganz wenigen grenzwertigen Erfahrungen buchten wir ab unter „Lehrgeld bezahlt“.

In der Rückschau betrachtet war der Beginn mit viel Herzklopfen, viel Herzblut und … ja, auch viel Mut verbunden. Der Schritt von der „Verbeamtung auf Lebenszeit“ in die Freiberuflichkeit war aufgrund eines Ortswechsels von Manching in die (bibliotheks-)strukturschwache Oberpfalz erfolgt. Und da ich bislang nur Leitungspositionen innehatte, fiel es mir nicht ein, mich möglicherweise in der Assistentenrolle wiederzufinden.

Dazu eine Anekdote am Rande. Durchaus nach einer Bibliotheksleiterstelle suchend, hatte ich in einem größeren Ort östlich von Nürnberg eine Leitungsstelle praktisch in der Tasche. Erhalten hat sie letztendlich – auch sehr zum (ich sage es mal „gelinden“) Erstaunen des Personalamtsleiters – die ehemalige Sekretärin des Bürgermeisters. Letzterer verkrachte sich nämlich mit ihr und „schob“ sie kurzerhand in die Bibliothek ab. Ich weiß nicht, wie glücklich ich unter so einem Bürgermeister geworden wäre.

Und das ist sicher ein Vorteil der Selbständigkeit. Man hat viele Auftraggeber und nicht nur einen. Das heißt zwar auch, das viel Wendigkeit mitzubringen ist, doch muss man sich selten jahrelang an einer einzelnen Person aufreiben.

Wie das Jahr der offiziellen Gründung des WEGA-Teams ausgesehen hat, darüber berichte ich in Kürze.

*(Aus: Unsere Teamgeschichte oder: „Man lernt nie aus!“)

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