Snapshot 2001

Geschichten aus 15 + 1 Jahr WEGA-Team.

[2001] Dies ist das einzige Jahr, in dem das Team keine eigenen größeren Projekte durchführt. Die wenigen freien Ressourcen münden in engagierte Aktivitäten zu Landesgruppen- und Kommissionsarbeiten für den BIB. 2001 ist geprägt von den Vorbereitungen zu Bibliothekstagen und Kongressen für das kommende Jahr, zu denen etliche Vortragende aus dem Ausland eingeladen sind. Zum Lernen gab es reichlich, von Fremdsprachen wie Dänisch, Französisch und Switzerdytsch einmal abgesehen.*

Was hat es mit den Fremdsprachen auf sich? Zunächst einmal: nein, leider habe ich sie nicht erlernt. Doch verständigen konnten wir uns dennoch mit unseren geladenen Gästen zum Bayerischen Bibliothekstag in Bamberg sowie zum Deutschen Bibliothekartag in Augsburg. Mit „wir“ meine ich diesmal nicht das WEGA-Team, sondern die KIFA, also die BIB-Kommission zur Information von Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste und Assistenten. Wenn ich mir die „historischen“ Webseiten so ansehe, für die ich (u. a.) in unserer Kommission zuständig war, so weiß ich schon, warum in diesem Jahr keine größeren Projekte für die eigene Arbeitsstelle möglich waren. Viel Aufklärungsarbeit war notwendig, um den damals noch recht jungen FaMI-Beruf (eine Abkürzung, die unsere Kommission erst eingeführt hat) publik zu machen. Wir sorgten mit Informationen dafür, dass sich die Rahmenbedingungen zugunsten des neuen Berufsstandes zum Positiven wendeten. Und tauschten uns hierzu mit oben genannten ausländischen Gästen aus, die ebenfalls mit dem dualen Ausbildungssystem, welches die Voraussetzung für eine europaweite Anerkennung der unterschiedlichen Bibliotheksausbildungen waren, zu kämpfen hatten.

Es war also in ehrenamtlicher Hinsicht ein anstrengendes, doch wichtiges Jahr für unsere Bibliothekswelt. Und da sich das WEGA-Team mitten drin sieht, ist es Ehrensache, tatkräftig an den Rahmenbedingungen mitzuwirken. Bis zum heutigen Tage ist und war meine Mitarbeit in verschiedenen Gremien keine Frage des „Pöstchens einnehmens“ oder gar Aufträge ergatterns, sondern meinem Selbstverständnis einer Vollblut-Bibliotheksfrau geschuldet. Intern, also WEG-Team-seitig betrachtet, sind die Ehrenämter eher kontraproduktiv. Denn sie erfordern viel Zeit und Kraft, und man setzt sich ein, aber auch aus. Im Gespräch mit anderen äußerte ich mich über meine eigentliche Arbeit zurückhaltend bis gar nicht, so dass ich manches Mal mehr über das Ehrenamt definiert wurde als über das WEGA-Team. Sicher jedoch habe ich durch die intensive Beschäftigung mit bibliotheksspezifischen Belangen meinen eigenen Erfahrungshorizont beträchtlich erweitert, war immer am Puls der Zeit, war ein „Familienmitglied“ im BIB.

Neben der KIFA gab es also auch noch meine Landesgruppenarbeit. Der Grundstein für die zielgerichtete und rege Landesgruppenarbeit wurde damals mit Hilfe meiner Leitbildmoderation gelegt. Und für beide Gremien war ich für die Webseiten zuständig, außerdem für alles, was mit der Außenwirkung zu tun hatte, also das Erstellen von Informationsmaterial. Die DAPS, Datenbank der Ausbildungsstätten, Praktikumsstätten und Studienmöglichkeiten im Bereich Archiv, Bibliothek, Dokumentation zum Beispiel hatte ihren Ursprung in abgetippten (!) Adressen, die ausgedruckt und versandt wurden. Es war alles eine Heidenarbeit, und auch hier hat sich glücklicherweise einiges – jetzt mal rein technisch gesehen – vereinfacht.

Zu einem guten Teil war ich auch zuständig für Fortbildungen im Rahmen des Ehrenamtes. Das verstärkte sich im Jahr 2007 in noch ungeahnter Weise. Doch dazu später mehr.

Das Jahr 2001 war also geprägt von ehrenamtlicher Aufbauarbeit, aber auch von „ganz normaler“ Alltagsarbeit des WEGA-Teams. In diesem Jahr führten uns dabei viele Aufträge in den Osten der Republik. So auch an jenem unglücklichen Tag, der als „Nine Eleven“ in die Geschichte eingehen würde.

Auf der vollgestopften Autobahn in Richtung Halle ereignete sich die Tragödie der „Twin Towers“, des World Trade Centers in New York. Radiohörend bekamen Reinhold und ich den Terrorakt mit und dachten zunächst, es wäre die Ankündigung zu einem neuen Kinofilm. Man kann sich vorstellen, wie wir uns am Morgen danach fühlten, als wir unser Spezial-Seminar „Mit Word gestalten: von der Idee in den PC“ durchführen sollten. Ein Thema, den schönen, kreativen Facetten der Werbegestaltung für Bibliotheken gewidmet, in Angesichts dieser Katastrophe! Wir hatten innerlich reichlich Mühe, Begeisterung dafür aufzubringen.

Bei so viel Wirbel waren wir froh, unsere Arbeitsaufträge möglichst gut durchzuführen – für besondere Projekte war keine Zeit. Doch bereits im nächsten Jahr sollte sich das wieder ändern … in Kürze mehr!

*(Aus: Unsere Teamgeschichte oder: “Man lernt nie aus!”)

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