Snapshot 2003

Geschichten aus 15 + 1 Jahr WEGA-Team.

[2003] In diesem Jahr werden die meisten Leitbilder seit Gründung des Teams moderiert. Wir können nicht genug kriegen von diesen spannenden Prozessen und lernen dabei selbst immer wieder Interessantes dazu, das wir gerne an andere weitergeben.
Und in diesem Jahr wird die Bibliothekswelt nach Deutschland geladen – it’s IFLA-Time! In Berlin 2003 treffen wir unseren ehemaligen Trainee, `Svetlyachok´, (siehe 2000), wieder! Wir lernen, dass es immer ein zweites Mal geben kann.*

Das erste Jahr in Stuttgart ließ sich viel versprechend an, nicht nur in Sachen Leitbild. Etliche Fahrten nach Bozen, Tramin und Brixen sorgten wieder für reichlich Abwechslung und ließen den Blick über den berühmten Tellerrand schweifen. Doch auch innerdeutsch ging es in alle Himmelrichtungen – ob von Regensburg nach Peine, von Heidelberg nach Rostock, von Ludwigshafen nach Berlin, von Ditzingen nach Lüneburg, von München nach Paderborn oder von Neustadt a. d. Weinstraße nach Rodenbach  …

Natürlich ließen sich Bände füllen mit den reisebedingten Erlebnissen. Eines hat sich mir aus diesem Jahr besonders eingeprägt.

Anreise am Sonntag Nachmittag nach Südtirol. Für eine ganze Seminarwoche auf das abseits gelegene Schloss Rechtenthal in Tramin. Reisecheckliste abgehakt – alles dabei, es kann los gehen.

Bin schon etwas spät dran für die 470 km über die Alpen mit meinem Kleinwagen. Am Irschenberg endlich das Mobiltelefon eingeschaltet. Nachricht: „Du hast eine Tasche vergessen!“ Natürlich waren es NICHT die Seminarunterlagen, sondern meine komplette „Kleiderkammer“. Und das am Sonntag, kein Laden offen, Montag sollte es um 9 Uhr morgens losgehen. Auch ein abendlicher Einkauf vor Ort wäre zeitmäßig nicht drin gewesen.

Doch mein Partner reagierte besonnen und hatte die Tasche, noch bevor ich von ihrem Fehlen erfahren hatte, einem ICE-Kurier nach Rosenheim anvertraut. So blieb mir nichts weiter übrig, als ein paar Stunden auf diesen Zug zu warten. Die Zeit nutzte ich, um in einem nahe gelegenen See eine Runde schwimmen zu gehen und mich gründlich vom Vorbereitungsstress abzukühlen. Denn witzigerweise hatte ich beim Hinausgehen aus dem Haus noch rasch das Schwimmzeug geschnappt und auf den Beifahrersitz geworfen. Ein Badeanzug war also das einzige Kleidungsstück, welches ich dabei hatte – und er kam mir gerade recht!

Gegen 22 Uhr kam ich endlich am stillen Schloss an und überlegte, wie ich die hohen Mauern schadlos überwinden könnte. Und hatte Glück. Der Hausmeister war im Schloss wohnhaft und noch wach. Bekleidet nur mit einer Boxershort und ungerührt ob meines späten Erscheinens ließ er mich ein und wies mir meine Kemenate zu.

Nach diesem Erlebnis gab es für mich zwei Möglichkeiten, meine Reisen zu perfektionieren. Entweder, ich liste auf meiner Checkliste zusätzlich auf, wie viele Taschen ich abzuhaken habe, oder ich verwende gar keine Liste mehr. Ich entschied mich für Letzteres, und das ist bis heute so geblieben.

Natürlich vermisse ich immer wieder einmal Regenschirm, Handykabel, Gummibärchen für die Seminarteilnehmenden, Socken oder Schlafanzug. Und denke reuig: „Hätt’ste jetzt mal ’ne Checkliste verwendet!“ Doch mein Hirn bedankt sich bei mir regelmäßig für die kleinen Übungen und das gerne gespielte Spielchen: „Ich packe meinen Koffer und nehme mit …“ Erst, wenn ich eines Tages vergessen sollte, meine dritten Zähne einzupacken, werde ich einsichtigerweise den Trainerberuf an den Nagel hängen!

*(Aus: Unsere Teamgeschichte oder: “Man lernt nie aus!”)

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