Denken (nicht nur) durch Bildwissen

„Sichtbarmachen. Praktiken visuellen Denkens“ lautet der Titel der Internationalen Konferenz am 15.-17.11.2012 in Potsdam und Berlin des DFG-Graduertenkolleg „Sichtbarkeit und Sichtbarmachung. Hybride Formen des Bildwissens“. Vier themenbezogene Panels sind dazu konzipiert:

  • Anordnen – Darstellen
  • Kontrastieren – Differenzieren
  • Aufweisen – Beweisen
  • Zeigen – Zeugen

Auf der Webseite lässt sich ein Hand-out & Seeing Sense herunter laden. Interessanterweise findet sich darin nur ein einziges, wenig aussagekräftiges Foto.

Das erinnert mich an eine Referentin, die ich vor ein paar Jahren erlebte. Inhaltlich sprach sie von Lernprozessen und wie diese funktionieren, ohne diese Inhalte jedoch erkennbar selbst umgesetzt zu haben. Theoretisiertes Expertenwissen also.

Zugegeben. Ich persönlich weiß auch um die Notwendigkeit kurzer Sätze. Ich lehre dies zum Beispiel in den Seminaren Texten im Web oder Pressearbeit in Bibliotheken.

Dennoch juckt es mich immer wieder, diese Erkenntnis absichtlich zu ignorieren. Denn ich liebe die deutsche Sprache und ihre unglaubliche Verschachtelungsmöglichkeit. Sätze wie Schätze. Zeitignorierend entblättern sie ihre Botschaft behutsam, Schicht für Schicht, bis die funkelnde Erkenntnis triumphierend mit einem lässigen Schleierwurf ans Licht gebracht ist und die verständnisgierige Spannung einem befreiten, beseelten Aufatmen weicht. Oder so ähnlich.

Das Geheimnis, warum lange Sätze zuweilen und trotz aller Kritik dennoch funktionieren können, besteht in ihrer Möglichkeit, (wort)bildreiche Geschichten zu erzählen. Lange Sätze schulen die Gedächtnisleistung und die Konzentration. Dagegen ist nichts einzuwenden. Je weniger Zeit wir jedoch verwenden möchten, einander zuzuhören und zu -lesen, desto wichtiger werden knappe Botschaften, und dies am besten in grafischer Form.

Alles zu seiner Zeit also. Schön, dass Sie diese Zeit für meinen Gedankenausflug mitgebracht hatten.

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