UNESCO-Manifest für Bibliotheken – wie war noch ‚mal die Frage?

Hand aufs Herz – kennen Sie das UNESCO-Manifest für öffentliche Bibliotheken? [Link aktualis. 31.10.2015]

Zweite Frage: wann haben Sie, verehrtes Bibliothekswesen, das letzte Mal hineingesehen?

Dritte Frage: könnten Sie aus dem Stegreif sagen, für was konkret das Manifest Ihnen in Ihrem Bibliotheksalltag genutzt hat / nutzen könnte / nicht nutzt?

Und schließlich und endlich: ist es noch aktuell?

Kürzlich tausche ich mich mit Kollegin Berit Dietsche aus Oberkirch darüber aus. Ihre Antworten bat ich, veröffentlichen zu dürfen, denn sie treffen die wichtigsten Punkte haargenau. Sie meinte: „Ja, weiterhin und überwiegend noch aktuell, jedoch mit folgenden Einschränkungen, die eine Aktualisierung benötigen:

  • Die soziale Rolle von Bibliotheken nimmt zu
  • Die beschriebenen mobilen Dienstleistungen werden durch digitale Dienstleistungen abgelöst oder sollten ergänzt werden
  • Beim Bibliotheksgesetz gibt’s neue Rechtsprechungen bzw. werden dringend Verbesserungen nötig, z. B. im Urheberrechtsgesetz in Bezug auf digitale Medien etc.
  • „Werbung“ kann mit Social Media ergänzt werden
  • Medien / Angebote für Jugendliche haben sich in der schnelllebigen elektronischen Zeit überholt, z. B. im Bezug auf Medienformate: es fehlen: Konsolen, ebooks, Tablets … Blu-ray
  • 2 Medieneinheiten pro Einwohner sind in Fachkreisen umstritten, Stichwort Profilierung, aber dennoch ein guter Richtwert, finde ich
  • Berufsbezeichnungen haben sich verändert: Bachelor, FaMi
  • Immer wichtiger wird die darin erwähnte Netzwerkpflege und das Finanzmanagement (Strategieplan), Gemeindeanalyse etc

Das Leitsystem ist weiterhin sehr aktuell und vorzeigbar. Die Fotos sind weiterhin ansprechend, die Texte könnten noch ein bisschen kürzer sein, aber das ist wohl Geschmacksache. Es ist weiterhin lesbar und anwendbar. Ich finde, die Onleihe mit ebooks kommt zu kurz. Zu stark ist die Betonung auf das gedruckte Buch, das zwar weiterhin bestehen bleibt – dennoch …“

Soweit Frau Dietsche.

Jetzt zu meiner Antwort, wann und wo im Bibliotheksalltag das Manifest verwendbar ist. Ich verwende das Manifest gerne für folgende Sequenzen:

  • Als Leitthema / zur Akzentsetzung / als Kernthema / als Aufhänger … für Schwerpunkte im Jahresbericht und – nachfolgend – für Pressemitteilungen
  • Für die Neubestimmung / Organisationsentwicklung / Qualitätsentwicklung einer Bibliothek (Coaching, z. B. Leitbild)
  • Um sich ganz grundsätzlich daran zu erinnern, für was wir da sind und worin unser Auftrag besteht, um sich losgelöst vom Alltagskram zu besinnen, sich in geistige Höhen zu schwingen, sich zu motivieren …

Und welche Frage möchten Sie nun beantworten? Das Kommentarfeld steht Ihnen zur Verfügung. Ich bin gespannt!

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