Mehr Übergreifendes als Trennendes

Der „Call for paper“ für den 104. Bibliothekartag 2015 steht an. Und ich wünsche mir für diesen in meiner Heimatstadt Nürnberg stattfindenden größten deutschsprachigen bibliothekarischen „Tag“ (der knapp eine Woche dauert und alle vier Jahre als Kongress bezeichnet wird – welch‘ ein Verwirrspiel für Neulinge!) noch viel mehr Fächer- und Spartenübergreifendes, als es die Ausrichter seit einigen Jahren bereits versuchen, zu erreichen. Gescheitert waren die Ansätze mit dem DGI (Deutsche Gesellschaft für Information und Wissen e.V.). Gelungen hingegen die Bemühungen, sowohl für öffentliche wie auch wissenschaftliche Bibliothekswelten und -wesen zusammen zu bringen (und: Nein, es liegt nicht an der mangelhaften Auswahl, dass WB-Beiträge überlastig erscheinen, sondern an der mangelnden Bewerbung aus dem ÖB-Sektor!).

Wie ich auf das obige komme? Durch den Wissenschaftsdienst idw-online, den aufmerksame Lesende des ehrenamtlichen Weblogs bibfobi öfter schon als von mir genutzte Quelle bemerkt haben dürften. Diesmal folge ich der Spur der Pressemitteilung über den soeben erschienenen Tagungsband zum 2. Kolloqium „Was ist Geist?“. Und ich zitiere ein Zitat:

„Die fachübergreifenden Diskussionen dazu waren ungemein lebhaft und fruchtbar“, so Dr. Johannes Weinzirl, Erst-Herausgeber des Buches und Mitarbeiter am Gerhard-Kienle-Lehrstuhl.

Es ist vom reflektierenden Mond die Rede, von der Eigenständigkeit des Gehirns mittels Reflektion, trotz Nicht-Produktion die Rede, und von „Materie und Geist“ – also ein sehr, sehr bibliothekarisches Thema eigentlich:

„Es ist erstaunlich, dass auf die Frage – was ist eigentlich Materie? – Vertreter der modernen Physik, der Medizin, der Philosophie Hegels, der Anthroposophie und der thomistischen Theologie eine bemerkenswerte Antwort gaben: …“

Welche Antwort wäre das? Nun, das lesen Sie bitte entweder in Kurzform in der Pressemeldung oder aber in jenem gemeldeten Tagungsband. Mir geht’s hier schwerpunktmäßig um das Interdisziplinäre, das über alle Fächer (und damit verbunden über alle Ressentiments) Greifende und Begreifende.

Ganz konkret stelle ich mir die Frage, ob ich Bibliothekarisches und Imkerliches nicht zusammen bringen könnte? Denn unlängst meinte eine Kollegin: Ich finde es dennoch lustig, dass ich dich an manchen Tagen eher mit Bienen in Verbindung bringe und nicht mehr so stark mit Bibliotheken. Du musst dich mir öfter in bibliothekarische Gedächtnis drängen.“

Okay, hiermit wage ich den Versuch. Ohne „Entweder – oder“. Sondern interdisziplinär. Mit meiner Bewerbung für den Nürnberger Bibliothekartag, der beides vereinen soll: Bibliothekarisches und Imkerliches. Und das mit fränkischem Untertitel. Sehr befruchtend. Womit wir mitten im Thema wären!

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