Mit Rahmenbedingungen kunstvoll und dankbar umgehen

Ein Kabelschaden regte mich unlängst nicht nur auf, sondern auch an. Die Überschrift hätte auch lauten können: „Es geht ums Prinzip“, oder „Sparsamkeit trotz Imageschaden?“, oder „Kundenzufriedenheit hat Priorität“. Dies und mehr waren meine inneren Fragen bzw. Dialoge der vergangenen Woche. Und die Antworten darauf schreibe ich – aus Dankbarkeit – in mein Tagebuch nieder, damit ich sie nicht mehr vergesse. Was war passiert? Im Juni 2013 erneuerte ich – wie immer selten, dann jedoch kostenintensiv – mein Equipment mittels eines neuen MacBook Pro nebst Programmen. Sonst immer recht zufrieden mit Apple-Produkten, die ich seit 18 Jahren ausschließlich verwende und sonst nichts, musste ich dieses Jahr (und natürlich knapp außerhalb der Garantiezeit) ein kaputtes Stromanschlusskabel (Magsafer) beklagen. Der Akku hält zwar brav etliche Stunden, doch sicher nicht Tage, die es braucht, um für Ersatz zu sorgen. Diesen Ersatz gab es dankenswerterweise auf Kulanz und erspart mir etwa 80 Euro, beschert mir jedoch hübsch zusätzlichen Aufwand. 2x täglich zum Apple-Store gedackelt (also 4x hin- und zurück), um netterweise dort auftanken zu können. Bis man sich dann schließlich erbarmte und mir ein Ersatzkabel auslieh. Supernett! Kundenorientierung als höchstes Gut? Dieses Stopp-and-Go-Arbeiten ist natürlich einer reibungslosen, schnellen Kundenkommunikation nicht gerade zuträglich. Insbesondere dann nicht, wenn sich Seminar an Seminar reiht, wie es bei mir im Herbst immer der Fall ist, dieses Jahr besonders engmaschig. Die Frage war also: welche Rahmenbedingungen will ich entweder a) so gut wie möglich nutzen oder b) nicht akzeptieren und für schnelle Abhilfe sorgen unter Abwägung eben jener vielgepriesenen Kundenorientierung als höchstes Gut. Nun, tatsächlich ging’s mir um mehr dabei. Klar, prinzipiell möchte ich es nicht einfach hinnehmen, nach so kurzer Zeit ein teures, doch schadhaft produziertes Teil klaglos erneut kaufen zu müssen. So lässt sich kein Müll vermeiden und wertvolle Ressourcen schonen. Ein solches Konsumentenverhalten wäre verantwortunglos, zumal gerade bei Kabeln einiges an hochwertigen Stoffen verarbeitet wird. Und die Firmen aus ihrer Verantwortung zu entlassen, das geht gar nicht mehr heutzutage, wo der Verbraucher ein mündiger und kampflustiger geworden ist. Die Form des Schadens war übrigens in einigen Foren bereits diskutiert worden, also bekannt. Daher wohl die ungewöhnliche Kulanz. Den Gedankenkreisel durchbrechen Dann machte es mir auch eine Erkältung leicht, mich mit dem Umstand zu arrangieren. Die Zeit, in welcher meine „Apfelsine III“ auftankte, nutzte ich, um mich zu kurieren. Nichts tun, schlafen, pflegen, nachdenken. Die Kunst war es lediglich, sich auf das Angenehme zu konzentrieren und den Gedankenkreisel: „Oh Gott, wie schaffe ich das alles nur?“ zu unterbrechen. Denn die Antworten, die ich mein Nachdenken gefunden hatte, waren: Du musst weder perfekt sein, noch Angst um einen Imageverlust haben. Denn auch deinen Kunden geht es ja oft ähnlich, müssen sich mit ungünstigen Rahmenbedingungen herumschlagen. Wir sind darin nicht alleine. Ich weihte also meine Kunden ein, telefonierte mehr als sonst, statt E-Mails zu schreiben – wobei das Telefonnummern herausfinden vom Rechner meines Kollegen erfolgte – und vertraute auf die Kunst des Prioritätensetzens statt aus dem Vollen zu schöpfen. Dankbarkeit statt Perfektion Letztendlich war die Woche zwar nicht einfach – das Kabel ist immer noch nicht da – doch die Hilfe und das Verständnis anderer zu erfahren tat mir als Mensch unglaublich gut und beschleunigte auch die Gesundwerdung erheblich. Diese „unsägliche“ #Dankbarkeitschallenge, der auch ich zum „Opfer“ fiel, würde ich nun am liebsten täglich weiter betreiben (Facebook-Insider verstehen die Anspielung). Na ja … warum eigentlich nicht? Dankbarkeit fördert das seelische Wohlbefinden, so das Ergebnis einer Studie, die ich jetzt gerne verlinkt hätte, doch nicht mehr gleich finde – genau, ich muss ja nicht perfekt sein, oder?! Danke also an: … den Apple-Vertragspartner FMS-Computer an der Kettenbrücke in Bamberg für das unkomplizierte Auftanken-Lassen bis zur letzten Geschäftsminute, das Ersatzkabel und die Abwicklung des Umtausches – ihr seid die Besten! … Reinhold Burger, meinem verlässlichen WEGA-Team-Gefährten, der an meiner statt mehrmals zur Kettenbrücke lief, und für alles weitere! … die Kolleg(inn)en in Chemnitz, Arnsberg, Lüdenscheid, Köln und Mainz für Ihr Verständnis und alle Geduld! … den bibfobi-Weblog-Kollegen Jürgen Plieninger fürs – wieder einmal – Rücken freihalten! … dem lieben Gott, der meine diversen Stoßseufzer nicht als „pipifax“ ignoriert, sondern mir ins Gehirn gepustet und mich daran erinnert hat, was im Leben eigentlich wirklich wichtig ist. Gesundheit und Dankbarkeit, Liebe und Vertrauen gehören ganz gewiss dazu.

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