Verständnis in Sachen Bahnstreik arg strapaziert

Berlin, Hauptbahnhof, AußenansichtAbgesagt. Das zweite Mal* in 18 Jahren musste ich einen Kunden vorsorglich versetzen. Die Erleichterung, keine Krankheit als Grund angeben zu müssen (das ist immer meine größte, bisher unberechtigte Sorge), wiegt nicht den Ärger auf, den ich dem Streikaufruf gegenüber empfinde.

Viermal müsste ich in den vier Tagen auf der Strecke sein, und damit ich eben nicht auf der Strecke bleibe, leiden nun 38 Teilnehmende, die sich auf das Halbjahresevent in Regensburg gefreut hatten. So viele Vorbereitungen umsonst, Gaststättenpersonal musste wieder abgesagt werden, und wer weiß, wessen Großeltern ihrerseits umsonst auf den Plan für die Kinderbetreuung gerufen wurden. Die Veranstaltung wäre an einem Samstag gewesen …

Als Referentin, deren Leben sich zu einem Drittel auf der Schiene abspielt, liegen meine Nerven derzeit  blank. Ausgerechnet im Herbst, der seminarstarken Zeit, kann ich mich nicht auf meinen Partner, die Bahn, verlassen. Wenn es tatsächlich nur um Tarifverhandlungen gehen würde, könnte ich das wohl noch hinnehmen. Machtspielchen hingegen finden nur schwer meine Zustimmung. Ein Auto kaufe ich mir dennoch nicht, denn unser Versuch, CO2-reduziert zu leben, hat ja seit einem Jahr ganz gut geklappt. Ein Auto mieten oder Carsharing ist dem Veranstalter leider zu teuer, sie rechnen mit jedem Cent.

Session in Stadtbücherei LüdenscheidNun bin ich neugierig, wie lange ich brauche, um am Sonntag nach Lüdenscheid zu kommen. Dort läuft ja noch die große Bibliothekskonzeption. Vor einem Jahr zurrten wir hierzu die Termine fest. Die Bevölkerung wurde über die Schließzeiten per Presse informiert. Der letzte Termin ist im Dezember, also nach hinten hinaus verschieben hieße, einen Weihnachtsbaum zu ordern, um den herum wir tagen könnten.

„Nein, liebe Bahngewerkschaften, so geht das nicht!“ Und ausnahmsweise verwende ich diese eine Killerphrase ganz im Sinne dessen, was sie soll, grummel.

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