Herausforderung „Leseförderung“

Immer noch suchen wir nach „den richtigen“ Begriffen, und über eines haben wir uns in Lüdenscheid tatsächlich noch nicht unterhalten. Zu selbstverständlich erscheint er, zu einfach die Verbindung zu unserem ureigensten Bibliotheksbetrieb: die Leseförderung. Vor nicht allzu langer Zeit gab es hierzu zwei interessante Pressemeldungen.

Was wissen Lehrer über Leseförderung? Nun, grob gesagt: Theorie und Praxis sind eher nicht zufriedenstellend vereint, wie Daniel Scherf in seiner Dissertation darstellt, für die er im September in Basel mit dem Förderpreis Deutschdidaktik ausgezeichnet wurde [via idw-online]. Einige Zeilen in der Pressemeldung hierzu verblüffen, zum Beispiel …

Manche Methoden, die Kinder zum Lesen animieren sollten, wirkten nur auf leseaffine Schüler positiv. Je nach Begleitung durch den Lehrer könnten z.B. Vielleseverfahren wie „Antolin“ leseschwache Schüler insofern sogar in der Annahme bestärken, Lesen sei „nur etwas für die anderen“.

Wenn sich also schon Lehrer/innen fragen, was Leseförderung ist, kann und soll, dann darf es nicht verwundern, dass deren Bildungspartner/innen, also die Bibliotheken, zuweilen ebenfalls ein kleines Problem damit haben könnten.

Doch vielleicht weiß es ein anderer sicherer zu beantworten? Einer, der ebenfalls mit im September mit einer Deutschdidaktik-Auszeichnung geehrt wurde: der Bamberger Professor Ulf Abraham, der sich bereits Anfang der 90er Jahre damit beschäftigte, wie Spielfilme im Unterricht verwendet werden könnten. Und er setzte sich für die Integration von fantastischer Literatur in den Deutschunterricht ein [via idw-online].

Letztendlich wird es wegen finanzieller und personeller Engpässe dabei bleiben, dass Bibliotheken Leseförderprojekte ledigich medial und veranstaltungstechnisch sowie vom physischen Raumangebot (Treffpunkt) her unterstützen, sie selbst jedoch nicht federführend leisten können. Und zurück an die Schulen geben. Oder eben als Bildungspartner/innen fungieren, wo es wie im richtigen Leben heißen könnte: im besten Falle sind wir einander die „bessere Hälfte“!

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