Beobachtungen zum Lernverhalten: A wie Alleine Lernen

Die Veröffentlichung der Studie „Lernen Ältere“ mit der Zielgruppe 50 plus* nehme ich zum Anlass, über eigene Beobachtungen als Trainerin / Lernbegleiterin im überwiegend öffentlichen Dienst „von A bis Z“ (in mehreren Folgen) zu reflektieren.

A wie „Alleine lernen
Zwei Ausgangssituationen bzw. zwei Fallbeispiele:

1. Einen Stoff vertiefen / Eine Frage beantworten zwischen zwei Seminartagen

Beboachtung: Etwa 10% der Teilnehmenden einer Gruppe nehmen die Aufforderung, zu einem Aspekt eine bestimmte Fragestellung zu beantworten, als „Hausaufgabe“ (!) wahr und „erledigen“ diese gewissenhaft. Alle anderen verstehen eine „freiwillige Lernleistung“ darunter (und so war sie tatsächlich auch gemeint) und … verzichten darauf. „Sie sagten doch, das wäre freiwillig …“ ist in der Regel die „Verteidigung“, was mich zur (augenzwinkernden) These verleitet:

„Lernen muss ein Müssen sein, alles andere wäre Zeitverschwendung / überflüssig / ???“

P. S.: Die aufeinander folgenden Seminartage lagen in der Regel mindestens eine, höchstens zwei Wochen voneinander entfernt. Das geschätzte Durchschnittsalter der Seminarteilnehmenden liegt bei etwa 48 Jahren.

2. Lernangebot via E-Learning (hier: WEGA-PraxisSeminare)

Beobachtung: 33,3% aller Lernenden, die sich zum Selbstlernen (6 Module im Lernzeitraum von 6 Monaten, nähere Infos hier) entschlossen hatten, hielten bis zum letzten Modul durch. Ebenfalls 33,3% aller Lernenden schaffte 75% der gestellten Aufgaben (entspricht etwa 5 Module und damit verbunden den Erhalt einer Teilnahmebescheinigung) und wiederum 33,3% kamen über die ersten beiden Module nicht hinaus.

Hier noch ein interessanter, allerdings nicht repräsentativer Vergleich zwischen einer jüngeren und den (bisher überwiegend) älteren Teilnehmenden:

Die jüngere Teilnehmende (etwa 30 Jahre alt) arbeitete die ersten 4 Module rasant innerhalb von 6 Wochen ab. Verglichen mit den älteren Teilnehmenden deutlich am schnellsten. Die beiden letzten Module jedoch, die einen höheren bzw. sehr hohen Anteil an Eigenleistungen abverlangten, wurden erst nach jeweils zwei Monaten fertig gestellt. Faktisch also war der Zeitbedarf der jüngeren Teilnehmenden über alle Module genau so hoch wie der bei den anderen älteren Teilnehmenden.

These 1: Wer bereits die Hemmschwelle zum E-Learning erklommen hat, hat durchaus hohe Chancen, zum Ziel zu kommen.

These 2: Vor allem ältere Teilnehmende nutzen die Chance, ohne Reiseaufwand zu lernen.

Autoren der Studie: Gabriele Korge und Christian Piele / Info und Download

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2 Antworten

  1. […] Beobachtungen zum Lernverhalten: A wie Alleine Lernen […]

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  2. […] Ja, die Akzeptanz. Denn noch immer gibt es Fortbildungs- und Weiterbildungswillige, die per du keinen Workshop möchten, sondern Frontalvorträge und / oder Einzelarbeit. Siehe auch die Beiträge “G wie Geschleche (I): Beliebte Lernsettings” | “G wie Geschlecht (II): Erfolgsoptimierte Lernsettings” | “D wie Diskussion und Dozentenzentriertes Lernen” | “B wie ‘Beliebte Lernsettings’ – und ein kleiner Schock” | “Beobachtungen zum Lernverhalten: A wie Alleine Lernen” […]

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