K wie Kollegenbeiträge

Wenn von Lernquellen die Rede ist, sind neben den Dozenten/Lernbegleitern/Trainern (sowie aller -innen) und Lerngruppen häufig auch die Kollegin oder der Kollege angeführt. So auch in der Studie Ältere*. Je nach intrinsischer oder extrinsischer Motivation wird deren Wissen, Erfahrung oder Hilfe unterschiedlich gut genutzt und führt zu unterschiedlich wirksamen Ergebnissen.

Besonders wenig als Lernquelle herangezogen werden die Kolleg(inn)en beim erweiterten dozentenzentrierten Lernen (s. a. Abb. 26 auf S. 43), so die Stuttgarter Studie. Neben den Dozenten kommen dort nur noch die Diskussion in der Lerngruppe und das Lernprogramm am PC zum Einsatz. (Ich frage mich, worin die Erweiterung liegt. Das erläutern die weiteren Abbildungen zu Lernort und -zeiten etc..)

Auch im Kapitel zum „vielfältigen“ Lernen tauchen die Kolleginnen (sie waren in der Mehrzahl weiblich) nicht besonders stark als Lernquelle auf (Abb. 33, S. 49).

Wer jetzt meint, zumindest beim „austauschorientierten“ Lernen sollte doch auf die Lernquelle „Kollegin“ zurückgegriffen worden sein, stellt verblüfft eine Fehlanzeige fest (Abb. 40, S. 54), ebenso beim „praxiserprobenden“ und  beim „selbstorganisierten“ Lernen.

Allerdings relativiert sich das für mich, wenn ich die „Lerngruppen“ und „Diskussionen“ als Schnittmenge kollegialen Lernens und betrachte und nicht den Fokus auf „Vortrag durch Kolleg(inn)en“ setze. Hier zeigen die Werte, dass Lerngruppen durchaus eine häufig genannte und empfohlene Lernquelle ist.

Meine Beobachtung bestätigt das. Solange Diskussionen nicht zu lange andauern, sie gut moderiert sind und von einem visualisierten Fazit (z. B. auf Fipchart) gekrönt sind, genießt das Lernen unter Kolleg(inn)en hohe Wertschätzung. Mit echten Lerngruppen habe ich – außer, man zählt Workshops dazu – nicht berauschend viel Erfahrung, da meine Kunden an mich zumeist Aufträge in Form von „Dozentenzentrierung“, also eher in Richtung „Fachvortrag“ vergeben, die ich im besten Falle auflöse in Richtung „Lernbegleitung“. Und das schließt Anreiz geben für kollegiales Lernen mit ein.

Ich persönlich stelle dem kollegialen Lernen ein gutes Zeugnis aus und wünschte mir, es würde öfter und gezielter stattfinden. Allerdings glaube ich auch, dass das „ungezielte“ Lernen am Kaffeetisch eine mindestens genau so gute Alternative ist. Ich bin immer wieder erstaunt darüber, wenn ich Pausengespräche verfolge, wie effektiv sie verlaufen und mit welch‘ hohem Informationsgehalt. Zu Pausen schreibe ich sicher noch etwas mehr.

* Studie “Lernen Ältere” mit der Zielgruppe 50 plus. Diese nehme ich zum Anlass, über eigene Beobachtungen als Trainerin / Lernbegleiterin im überwiegend öffentlichen Dienst “von A bis Z” (in mehreren Folgen) zu reflektieren.

Autoren der Studie: Gabriele Korge und Christian Piele / Info und Download

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