Q wie Qualität

Dienstleistungsqualität als wesentlicher Beitrag für zuverlässige Prozesse.* Womit wir bei der ersten Verwendung des Begriffs Qualität wären. Zuverlässigkeit ist sicher ein Qualitätssymptom. Um sie zu erreichen, ist Fortbildung ein Gewährsfaktor. Denn nur diejenigen können einen Beitrag zur Zuverlässigkeit von Ergebnissen – gleich, ob Firma oder, wie in unserem Beispiel, Öffentlicher Dienst, leisten, wenn die Kenntnisse der Protagonisten auf dem neuesten Stand gehalten werden. Durch Fortbildungen eben.

Was ist Qualität, wie stellt man sie fest?

Darum müssen auch Bildungsangebote Qualität aufweisen. Wiederum die Qualität des Lernens als wichtigster Vorgang. Um beim Lernen Qualität zu erreichen, ist viel zu beachten und zu tun bzw. auch zu lassen. Doch was ist Qualität? Am leichtesten tut man sich mit dem Begriff, wenn seine Erfolge sichtbar gemacht werden. Doch wie werden Erfolge gemessen?

Die Evalution des Qualitäts-Erfolgs von Lernens findet häufig gar nicht statt. Evaluiert wird zwar meist kurz vor Ende einer Fortbildung, doch beziehen sich die Fragen eher auf Organisatorisches, auf die Dozent(inn)en oder auf den „Eindruck“, ob heute etwas gelernt wurde. Denn echtes Lernen, also nicht Wissen anhäufen, findet eher im Nachhinein des Wissenserwerb statt. Indem das Erfahrene „sacken“ und vor allem am Arbeitsplatz angewandt werden konnte. Daher müsste für eine echte Aussage zum Erfolg die Überprüfung erst in der Zeit NACH der Fortbildung stattfinden. Was die wenigsten Bildungsanbieter tun, oft mangels Personals. Die Landeshauptstadt München setzt hier jedoch eine Software ein. Doch ob das Ergebnis dann tatsächlich Konsequenzen nach sich zieht, wage ich nicht zu beurteilen.

Qualität beim Lernen

Durch die Stuttgarter Studie „Lernen Ältere“ erfahren wir recht umfänglich, wie Qualität beim Lernen für Mitarbeitende ab 50 Jahren aufwärts aussehen könne, bzw., was ihr im Wege steht. Faktoren für Qualitätsaussagen sind hier die Hinterfragungen zu beinahe allem, was Sie in meinem Beitrag zu „L wie Lernen“ finden, also zu Lernquellen, Lernort, Lernzeiten, Lerngruppen etc.

Mein Fazit in all den Jahren als Lernbegleiterin ist, dass Qualität beim Lernen immer angestrebt werden kann, doch dass es keinen Garant für den Erfolg gibt. Zu viele Faktoren sind zu beachten, und das von zu vielen Beteiligten (Veranstalter, Dozenten, Lernenden, Vorgesetzten, der Familie, Kollegen etc.), die zum Teil nicht einmal selbst am Lernvorgang beteiligt sind, sondern indirekte Auswirkungen haben. Im Grunde ist es jedoch einfach:

Nichts tun, was das Lernen stört. Alles tun, was beim Lernen Spaß macht. Und das Lernen selbst nicht als etwas Lästiges und „Erforderliches“ darstellt, sondern als bereichernder Teil des Lebens.

Und dazu muss „Leben“ auch am Arbeitsplatz als Leben empfunden werden, wenn Lernen stattfinden soll als Mittel des Erfolgs, also der Schaffung von Qualität am Arbeitsplatz. Doch manche Arbeitsplätze oder -aufgaben sind alles andere als menschenfreundlich. Sich dann zu wundern, wenn das Lernen trotz aller Qualitätssteigerungsversuche und trotz aller Evaluation verweigert wird, hat das „(Lust-)Prinzip Lernen“ nicht begriffen.

Das ist meine persönliche Erkenntnis und in der Folge die Ableitung, warum mir selbst Lernen so viel bedeutet und Spaß macht. Weil ich es für meinen eigenen Erfolg selbst will. Als Selbständige kann ich zum überwiegenden Teil bestimmten, für was ich wann und was lernen möchte. Kann meinen Arbeitsplatz – wie unlängst nach dem Besuch einer Gesundheitsmesse passiert – mit einem Keilkissen angenehmer gestalten, mir eine Pause gönnen, wenn ich sie dringend brauche, mir Tee oder Kaffee holen, wann immer mir danach ist … ja, es sind manchmal die Kleinigkeiten, die das Leben und auch das Lernen darin einfacher, effektvoller, mithin qualitätsvoller gestalten. Mein Leben findet gerne auch an meinem Arbeitsplatz statt und nicht erst nach Feierabend.

Zu dieser Erkenntnis braucht es zwar keine Studie, doch gelernt daraus habe ich durch deren Aufarbeitung von A bis Z allemal. Sie hoffentlich auch?!

* Werner Wölfle im Vorwort zur Studie “Lernen Ältere” mit der Zielgruppe 50 plus. Diese nehme ich zum Anlass, über eigene Beobachtungen als Trainerin / Lernbegleiterin im überwiegend öffentlichen Dienst “von A bis Z” (in mehreren Folgen) zu reflektieren.

Autoren der Studie: Gabriele Korge und Christian Piele / Info und Download

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