T wie Teilzeit

Die Differenzierung nach Voll- oder Teilzeittätigkeit in der „Studie Lernen Ältere“* war zwar nicht zur Verfolgung der Forschungsfrage nützlich, dennoch gab’s Zahlen. Die lauteten: ein Drittel der Befragten, die über 50 Jahre alt waren, arbeiteten Teilzeit, zwei Drittel in Vollzeit. So weit, so … hm, wenig aussagekräftig.

Doch führte mich die Studie zu der Frage, wie sich die Teilnahme an Fortbildungen bei Teilzeitbeschäftigten so ganz generell darstellt. Eine Antwort fand ich auf S. 28 im jährlich erscheinenden Weiterbildungsverhalten in Deutschland, AES 2014 Trendbericht (PDF) des BMBF.

Tabelle Die Beteiligung an Weiterbildung fällt unter Vollzeit-Erwerbstätigen (59 %) deutlich höher aus als unter Teilzeit-Erwerbstätigen (54 %; Tabelle 6).

Also, deutlich höher würde ich bei diesen Zahlen nun nicht sagen. Mich erstaunt es hingegen, dass der Unterschied so niedrig ausfällt.

Die hohe Weiterbildungsbeteiligung Vollzeit-Erwerbstätiger lässt sich wiederum am besten durch ihre hohe Beteiligung an betrieblicher Weiterbildung erklären (52 %). Teilzeit-Beschäftigte weisen in diesem Segment eine deutlich niedrigere Teilnahmequote auf (42 %).

Dieses Ergebnis sieht deutlich deutlicher aus.

Im Bereich der individuellen berufsbezogenen Weiterbildung sind keine Unterschiede zwischen den beiden Vergleichsgruppen zu erkennen (jeweils 9 %).

Leider fand ich nirgends eine Erläuterung, inwieweit sich eine  „betrieblichen Weiterbildung“ von einer „individuellen berufsbezogene Weiterbildung“ von einer unterscheidet. Ich nehme an, mit ersterm sind Inhouse-Schulungen (in Gruppen? Einzelschulungen?) gemeint, mit letzterem externe (Einzel-?)Schulungen (selbstinitiiert?). Anyway …

Im Bereich der nicht-berufsbezogenen Weiterbildung liegen die Teilnahmequoten im Jahr 2014 bei den Vollzeit-Erwerbstätigen bei 8 % und bei den Teilzeit-Erwerbstätigen bei 15 %.

Das klingt logisch, haben doch die Teilzeitbeschäftigten mehr Zeit für Nicht-berufsbezogenes übrig.

Mein Fazit: Leider kann ich keinen persönlichen Vergleich anstellen, da mir Zahlen zu Beteiligungen von Voll- und Teilzeitkräften lediglich von Inhouse-Veranstaltungen vorliegen. Da sich daran schließlich alle beteiligen müssen, ist eine Aussage nicht relevant.

So ist mein Blogbeitrag „T wie Teilzeit“ zwar weniger für mich zur Selbstreflexion geeignet, doch möglicherweise konnte ich bei dem einen oder anderen Veranstalter einen Gedankenimpuls auslösen, beispielsweise in Richtung „Gleichbehandlung“ oder „Teilzeitverträgliche Fortbildungsmodelle“.

* Studie “Lernen Ältere” mit der Zielgruppe 50 plus. Diese nehme ich zum Anlass, über eigene Beobachtungen als Trainerin / Lernbegleiterin im überwiegend öffentlichen Dienst “von A bis Z” (in mehreren Folgen) zu reflektieren.

Autoren der Studie: Gabriele Korge und Christian Piele / Info und Download

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