BYOD – oder doch eher Bequemlichkeit?

BYOD-GeräteVon Teilnehmenden wurde ich früher hin und wieder gefragt, ob ich während der Fortbildungsveranstaltung angeschaltete Mobiltelefone „dulde“. Das werde ich heute nicht mehr. Denn inzwischen wissen alle, wo man den Klingelton abstellen kann und tun es auch.

Völlig offen liegen diverse elektronische Teile auf dem Tisch und werden ungeniert genutzt. Entweder, um auftauchende Fragestellungen zu beantworten – noch bevor ich es tun kann bzw. „muss“. Oder um Ergänzungen meiner Aussagen beizusteuern oder weitere Aspekte anzubieten, die die Teilnehmenden für relevant halten. Manchmal auch, um schnell mal E-Mails zu checken, die nichts mit der Veranstaltung zu tun haben. Was die Teilnehmenden tatsächlich gerade beschäftigt, wenn sie sich mit ihren Geräten beschäftigen, erfahre ich erst dann, wenn sie sich nach der Nutzung entweder zu Wort melden (dann war’s etwas Themenrelevantes) oder kurz mal aus dem Raum gehen (dann war’s Dienstliches oder Privates, das offensichtlich keinen Aufschub duldete). Tja, nun.

Früher hat mich der Blick nach unten auf die Mini-Bildschirme irritiert. Mittlerweile kann ich es gut akzeptieren. Und sogar begrüßen. Denn es ist ganz im Sinne des „Bring your own Device“, kurz BYOD genannt. Allerdings ist es noch ein weiter Schritt hin zu echtem Gruppeneinsatz, in der die Geräte gemeinschaftlich bzw. tool-übergreifend genutzt und zur Lösung der Problemstellungen verwendet werden. Noch dienen sie während der Workshops eher dem Wissensabruf sowie dem Abfotografieren der Folien, Flipcharts und Moderationskärtchen-Aufhänge.

Wobei … wenn ich anbiete, eine anschließende Fotodokumentation zusammenzustellen und zu versenden, finden das die Allermeisten sehr angenehm und stecken ihre Handys gerne wieder weg. Offenbar siegt – zumindest in der Altersgruppe derjenigen, die derzeit am häufigsten in meinen Fortbildungen anzutreffen sind – die Bequemlichkeit? Na ja, kann man so auch nicht sagen. Denn Mitschreiben ist schließlich auch nicht gerade bequem. Und doch tun dies (noch) die allermeisten. Wobei mich der Blick aufs Blatt Papier noch nie irritiert hatte. Seltsam … darüber muss ich doch mal nachdenken.

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