Methodenkorb-Top-Ten und beinahe Ernsthaftes zum Spaß

Heute auf bibfobi stellte ich den Homo Ludens, den spielenden Menschen und damit die Wirksamkeit von „Lernspaß trotz Aschermittwoch“ in den Raum. In meinem Heimatblog hier setze ich die Top 10 aus dem Methodenkorb des neuen Portals wb-web.de dagegen. Die eine oder andere Methode daraus setze ich ebenfalls ein. Doch nun beginne ich zu grübeln. Keine davon ist sonderlich spielerisch oder sportlich. Zwei Eigenschaften, die den Spaß am Lernen angeblich fördern sollten.

Spaß beim RollenspielUnd richtig: Am besten funktionieren interessanterweise immer noch die Rollenspiele bzw. Simulationen. Kaum jemand mag sie, wenn ich sie ankündige. Doch sobald sie durchgeführt sind, fanden es alle ganz, ganz toll und verhalten sich im Anschluss ausnehmend munter. In der Feedbackrunde erfahren Rollenspiele die meisten Punkte und kaum jemand vergisst, sie zu erwähnen.

Warum dann immer erst die Ablehnung? Vielleicht, weil „Spielerisches“ bei uns Erwachsenen ganz allgemein verpönt ist?  Manchmal erscheint es mir fast, dass, wenn eine (Lern-)Lösung nicht „ernsthaft erarbeitet“ wurde, sie keinen Wert haben kann. Nur ein Deutschlandphänomen?

Das Wirschaftsmagazin „Brand eins“ hat dies bereits 2014, Ausgabe 8 unter dem Titel „Kompetent statt komisch“ thematisiert. Neben allerlei kontroversen, höchst interessanten Aussagen findet sich zum Ende hin folgende Information aus dem Zentrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (ZLB) in Rostock:

Über Spaß, Lernen und Schule zu reden ist in Deutschland auch deshalb schwer, weil jedes Land und jede Universität die Antworten darauf für sich allein sucht.

Nun, als selbständige Erwachsenenbildnerin suche ich ziemlich allein auf weiter Flur meine Antworten – natürlich auch mit Hilfe von eigenen Fortbildungen, Literatur und dem Austausch mit meinen Kunden bzw. Pädagogikkollegen. Und eine Antwort, die für mich seit nunmehr 20 Jahren immer wieder gleich ausfällt, fand ich durch o. g. „Brand eins“ nachgerade bestätigt:

Wenn Lehrer selbst keinen Spaß in der Schule haben, haben auch die Schüler keinen.

Das gilt ganz genau so in der Erwachsenenbildung. Was für ein Glück, dass ich schon so lange und immer noch Spaß an meinem Beruf, meiner Berufung habe! Das wünsche ich allen, gerade und vor allem am Aschermittwoch, wo noch längst nicht aller Spaß vorbei sein darf und muss. Erst recht nicht beim Lernen.

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3 Antworten

  1. Liebe Frau Munique, schön, dass Sie im Methodenkorb von wb-web.de Anregungen finden konnten. Sie haben absolut recht, diese Methoden der Methoden Top-Ten sind wenig spielerisch, dazu finden Sie aber im Bereich Material sicher noch viele Anregungen.
    Vielleicht möchten ja auch Sie Ihre spielreiche Liebelingsmethode in der Top-Ten vorstellen, das würde mich sehr freuen!

    Das Thema „Spiel“ haben wir übrigens mit einem Spielpädagogen im Interview thematisiert. Das könnte für Sie sicher interessant sein – er „spielt“ nie mit Teilnehmenden – er nennt es nur anders :-).

    https://wb-web.de/aktuelles/methoden-frueher-u-heute.html

    Viele Grüße!

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  2. Danke für den Kommentar und die Einladung einer Vorstellung, Frau Quilling. Ich werde mich dazu sicher noch einmal melden … wenn ich weniger Stress habe ;-) Vorweg: es kommt tatsächlich sehr auf die Zielgruppe an, was ich wem anbiete und mit welchen Worten ich es einführe. Das gleiche Seminarthema (z. B. Kommunikation mit Kunden) für wissenschaftliche Bibliotheken wird garantiert anders präsentiert und durchgeführt als für ehrenamtlich arbeitende kirchliche Bibliotheksmitarbeitende. Bei Letzteren kommen Spiele sehr gut an und dürfen als solche auch direkt so bezeichnet werden. Bei WB-lern heißen „Rollenspiele“ besser „Simulationen“.

    Ebenso kommt es auf die aktuelle eigene innere Einstellung und Situation der Lernbegleiterin an. Bin ich gut genug drauf, um „Späßchen“ zu machen, oder fühle ich mich alles andere als locker (weil es z. B. ein akutes privates Problem gab)? Dann „ziehe ich mich auf die Teilnehmenden zurück“. Will heißen: Mehr Zeit für den Austausch, mehr Freiraum für eigene Ergebniswege, mehr Zeit für „Es einfach mal laufen lassen“ – und siehe da, es waren nie die schlechtesten Seminare!

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  3. Wir haben das Thema Humor und Lachen aufgegriffen: Hier berichtet eine Humortrainerin auf wb-web.
    https://wb-web.de/material/lehren-lernen/Humor-foerdert-Lernen.html

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