Bibliothekarische Fortbildung noch ohne Einwanderer

„Erwachsenenbildung in der Einwanderergesellschaft“ – unter diesem Titel lädt das DIE zu einem „aktuell beherrschenden gesellschaftlichen Thema“ nach Bonn ein. Dort findet vom 5.-6.12. das DIE-Forum Weiterbildung statt. Folgende Fragen sollen u. a. erörtert werden:

Welche Anforderungen stellt die interkulturelle Öffnung an Weiterbildungseinrichtungen? und: Welche Wertkonflikte könnten in Veranstaltungen der Erwachsenenbildung auftreten?

Ich muss sagen, ich bin gespannt. Und zwar darauf, wann auch ich als Coach / Lernbegleiter / Trainer einmal mit diesem Thema konfrontiert werde. Bislang saßen nur sehr vereinzelt Einwanderer / Migranten / ausländischer Mitbürger samt aller -innen in einer Fortbildung oder Weiterbildung. Würde ich wohl erstmal nur an äußeren Zeichen erkennen oder am Namen vielleicht.

Kopftuchfrauen Musliminen? Fehlanzeige. Hatte ich bisher noch nicht. Zumindest nicht erkennbar. Hm, mir fällt ein … ist der geschätzte Kollege Yilmaz Holtz-Ersahin eigentlich Moslem? Ich habe ihn noch gar nicht dazu befragt. Ich bin mir jedoch sicher, dass ich auch ihm gegenüber nicht krampfhaft mein fränkisches „Grüß Gott“  abgelegt habe. Doch zugegeben, ich vermeide es tatsächlich ohnehin, wenn ich im Ausland, also in den Bundesländern außerhalb Bayerns bin. Nicht, weil die nicht weniger gläubig sind, aber sie sagen regelmäßig darauf: „Ja, tue ich, wenn ich ihn sehe“. Pphh!

PLZ Suche auf onlinestreet.de

Auch denke ich nicht, dass ich lauter reden muss als normal, weil das Tuch eventuell das Gehörte filtern könnte. Oder doch?! Da fällt mir ein … manchmal begegne ich Behinderten, immerhin arbeite ich für den öffentlichen Dienst. Dabei ahne ich instinktiv, was ich besser tun oder lassen soll, um ihnen das Fortbildungs(er)leben nicht allzu schwer zu machen. Beispielsweise keine Auflockerungsübungen im Stehen, wenn ein Rollstuhlfahrer in der Gruppe ist. Gibt auch nette Spiele im Sitzen, die für frische Konzentration sorgen können. Hörgeschädigte konnen hin und wieder vor, das sagt man mir jedoch glücklicherweise immer im Vorfeld. Dann gibt’s von mir eine ausführlichere Powerpoint, ich spreche lauter, langsamer, deutlicher, einfachere Sätze … kein Problem.

Doch wie stelle ich mich auf die künftige Einwanderergeneration ein, die, bis sie die Bibliothekslaufbahn entdeckt haben bzw. endlich eine Bewerbung positiv für sich verbuchen können, vermutlich eh schon vollständig integriert und auf „Deutsch“ umgepolt wurden? Keinen blassen Schimmer. Ich sollte vielleicht doch auf dieses Forum gehen, sicher ist sicher …

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