Wir Bibliothekswesen im Elfenbeinturm

ElfenbeinturmWenn’s um die deutsche Sprache geht, sitzen wir renommierten* Bibliothekswesen als Koryphäen* der Rechtschreibung definitiv* in einem Elfenbeinturm der Seriosität*. Verwöhnt von hinten bis vorne frönen* wir selig* eines adäquaten* schriftlichen Austausches, und selbst Inetbib-Postings werden zwar mit Abstrichen, doch insgesamt* und nach wie vor* exzellent* formuliert. Das ist für die Mehrzahl der Autoren* und Autorinnen obsolet*.

Von der noch immer nicht geklärten Genderschreibweise einmal abgesehen lernten wir, also die vor der Rechtschreibreform Geborenen*, ziemlich* fehlerfreies Schreiben bereits als Häkchen* und krümmten* uns beizeiten. Uns versucht man zwar so manches weiszumachen*, doch insgesamt* wissen wir immer noch* aus dem Stegreif*, ob die subtil* untergeschobene dilettantische* (oder nett gesagt, kreative) Rechtschreibung hanebüchener* Unsinn ist oder eben* doch die vermeintlich* geänderte (und insgeheim unsympathische* und daher verpönte*) richtige Schreibweise.

Generell fahre ich meine Ansprüche dementsprechend* weit herunter, sowie* ich Arbeiten jüngerer Kolleg(inn)en durchsehen oder korrigieren* soll und gerate kolossal* in Entzückung und Ekstase*, wenn’s lediglich die unendlich* falsch- bzw. gar nicht oder aufs geratewohl* katastrophal* platzierten* und den Text haltlos übersäten* Kommata sind.

* Um von meinem hohen Rentier* herab zu steigen, erweist sich die Duden-Liste der schwierigen Wörter als sehr hilfreich. Jedes Wort, welches hier in meinem Blogeintrag ein Sternchen erhielt, ist nämlich* dortselbst zu finden. Mir stockte der Atem, als mir gewahr wurde, wie leicht mir persönlich* doch das Schreiben zu fallen scheint. Anderen eben* nicht. Ich alter Griesgram* muss bloß* endlich* einmal* aufhören*, es als Ärgernis* wahrzunehmen* und stattdessen* und bis auf Weiteres* ein bisschen* mehr Toleranz* zeigen, eben* nicht nur bei potenziell* diffizilen* Wörtern, sondern auch bei Lappalien*. Diesen Schöner-Schreiben-Guerillakrieg* verliere ich ohnehin.

Ach, ich glaube, ich genieße* das Lockerlassen ohne Weiteres*! Dann fällt zumindest* mein stringent* falsch geschriebenes „geradewohl“  voraussichtlich* und hoffentlich* kaum auf.

Willkommen* im Burgverlies* der deutschen Sprache, zieht euch warm an!

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