Endspurt der FHP W04-G7 … und tolle Kursarbeit!

FH PotsdamZugegeben, die Zahlen sind etwas kryptisch.  Sehr deutlich hingegen dieser Satz: „… möchte ich Ihnen auf diesem Wege für Ihre tolle Kursarbeit danken. Ich habe viel Neues gelernt und konnte mein Wissen erweitern. Danke für Ihre Unterstützung auf dem Weg zur Abschlussnote meines Wahlmoduls.“

Ausgesprochen von einer Teilnehmerin im Wahlmodul 4, Öffentlichkeitsarbeit & Fundraisung des 7. Graduierten Kurses des Fernweiterbildungsangebotes „Bibliotheksmanagement“ der Fachhochschule Potsdam. (Ne, das wäre doch etwas lang geworden in der Überschrift!)

Die Zitierte – Franziska Neudeck – freute sich über ihre sehr gute Endbewertung als eine der aktivsten Lernenden unserer elfköpfigen Lerngemeinschaft – meinen mitgerechnet! Denn auch ich bedanke mich für die tolle Kursarbeit, von der ich als Lernbegleiterin (das passendere Wort für „Dozentin“) profitieren durfte. Viele interessante Einblicke in die Bibliothekswelt der beruflich überwiegend fest eingebundenen Kolleg(inn)en zeigen mir den praktizierten und eben nicht nur theoretischen Stand der öffentlichen wie wissenschaftlichen Einrichtungen aus ganz Deutschland.

In der kommenden Woche dürfen die Teilnehmenden ihre Hausarbeiten präsentieren. Was im besten Falle mit der freudigen Übergabe der Zertifizierungen endet, im schlechtesten (jedoch kaum erwartbaren) Falle zu einer posthumen Abwertung des Ergebnisses führen würde. Ich selbst werde im Nachgang natürlich ebenfalls bewertet, doch dann anonymisiert. Daher freue ich mich über diesen Satz, den ich oben zitieren durfte, um so mehr. Spiegeln doch beide Feedbacks – also die der Teilnehmenden gegenüber der „Dozentin“ und andersherum – explizit das gemeinsame Lehr-/Lernergebnis wieder, welches eben NUR gemeinsam erreicht werden konnte. Oder wie es Joseph Jouber ausdrückt: „Lehren heißt, zweimal lernen.“

(P. S.: Das war aber jetzt wirklich der aller-aller-allerletzte Beitrag vor dem Webrelaunch!)

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Frühlingsboten läuten Web-Relaunch im WEGA-Team ein

Märzenbecher, Fränkische SchweizMärzenbecher, wohin das Auge reicht! Die Frühlingsboten aus der Fränkischen Schweiz läuten mit ihren hübschen, weißen Glöcklein unter lichtem Laubhang eine Pause ein. Denn wegen des im April bevorstehenden Relaunches der Webseiten des WEGA-Teams sollen vorerst keine neuen Blogbeiträge auf dem alten Weblog hier hinzukommen. Sie müssen nämlich alle auf die neuen Seiten übertragen werden, und das ist zeitintensiv und verzögert den Prozess.

MärzenbecherDoch wird es weiterhin Beiträge im Nachbarweblog bibfobi von mir geben, das sich ebenfalls der Fort- und Weiterbildung im IuD-Bereich – gemeinsam mit Dr. Jürgen Plieninger – widmet. Allerdings mit so gut wie keinem Nähkästchengeplauder aus dem WEGA-Team direkt, also eher neutral gehalten.

Ich hoffe jedoch, es kommt uns niemand unserer geschätzten Leser/innen abhanden. Wir geben Bescheid, sobald es wieder rund und vor allem frühlingsfrisch anläuft.

WEGA-Team Relaunch, grafische Vorschau, AusschnittÜbrigens bleibt es optisch beim Thema Natur. Denn das ist unsere große Leidenschaft – durch das Waldesdickicht zu führen, miteinander harte Nüsse zu knacken, um am Ende des Weges gestärkt auf eine Lichtung zu gelangen! Es heißt nicht umsonst im WEGA-Team:

Wege. Entdecken. Gemeinsam. Aktiv.

Stein, Schere, Papier, …

Wetterbericht für Aufsess… egal, wie ich’s anfange … es gewann heute immer das schöne Wetter! Sorry, EBmooc, da hattest du einfach keine Chance, auch nicht mit Echse und Spock. Wir sind dann mal kurz weg, Märzenbecher suchen!

 

 

#ebmooc17. Kruscheln in den Inhalten

Screenshot #EBmooc17: 1. Woche, Unterlagen[Serie #ebmooc17. Aufbau und Lernen (3): Lerninhalte]

Die zweite EBmooc17-Woche bricht an. Daher schnell noch den Rest zur ersten Woche nachgereicht Denn natürlich ist es mit dem Anmelden und Vorstellen sowie dem Webinar zu „Einführung und das Lernen in MOOCs“ noch nicht getan gewesen.

  1. Transkripte – zwei Transkripte, die die Inhalte der Lernvideos referenzierten. Da wünschte ich mir, dass gegenseitig darauf verwiesen wird, ob die Inhalte identisch sind. Das würde mir Zeit sparen.
  2. Literatur – Das Thema Wissensmanagement als Basisdisziplin für praktisch alles im Arbeitsleben hatten wir im WEGA-Team bereits im Jahr 2011 aufgegriffen. Daher war ich neugierig auf die Datei: „Digitalte Werkzeuge für die persönliche Wissensorganisation“ von Jana Kunze aus der HU Berlin. Sehr brauchbar für Einsteiger die „Abschließenden Hinweise zur Auswahl von Werkzeugen“. Ich nehme mir vor, einige der darin genannten Wissensmanagement-Tools stärker ausprobieren, wobei ich meine bereits schon länger eingeführten Werkzeuge (z. B. MindMaster, Zotero, Etherpad, Google Docs (Tabellen), Dropbox …) sicher nicht so schnell aufgeben werde. Never change a running system. Außerdem arbeite ich mit personenbezogenen Daten, da verbietet sich manches von selbst.
  3. Tipps und Kurzanleitung – Eine Datei mit „Tipps zum Anschauen von Videos“ macht mich nachdenklich. Wer diese Tipps heute noch braucht?!? Pfui, schäm‘ dich für den Gedanken! NE, aber im Ernst und ohne Überheblichkeit: Wer dies Basics benötigt, also, da möchte ich mir gar nicht vorstellen, wie verwirrend für den- oder diejenige ein MOOC sein muss, oder die o. g. Literatur zum Wissensmanagement mit all seinen fremd klingenden Begriffen und Namen.
  4. Link – Der Link zu „Mehr über digitale Werkzeuge (CC BY SA)“ führt (mittlerweile, anfangs nicht) ins Leere. Hier ein alternativer Link.
  5. wEBtalk* – der Einstiegslink führt zum Video „Digitalisierung in der Erwachsenenbildung“ und zur Zusammenfassung. Ich gestehe, dass ich mir das einstündige Video ersparte und gleich die Kurzfassung las. Denn die „versprochenen“ 3 Stunden Lernzeit pro Woche wären schon schnell aufgebraucht, würde ich allen Spuren nachgehen wollen. Mein Fazit aus dem Reinspitzen: Hier wird die Metaebene berührt, die ich zunächst als „interessant, aber nicht jetzt“ zu den Akten lege. Was bedeutet, hier in meinem Wissensspeicher „Weblogbeitrag“ zu speichern. Abgehakt.
  6. MOOC-Links – zum Thema MOOC weiß ich theoretisch genug, das praktische finde ich im Moment zielführender für mich. Also nur kurz mal reingeklickt. Fand’s aber interessant, dass sich sogar die „Stiftung Warentest“ (Online lernen: Zum Nulltarif dem Professor lauschen) mit MOOCs beschäftigt hatte. Ihr Resümmee: „Moocs ersetzen kein Studium.“ Und auch keine Präsenzveranstaltung, wie ich finde. Doch das will er auch nicht.
  7. Lerntagebücher – ach, na ja. Nett. Mir ist jedoch klar, dass ich da so als Steinbock-Geborene und damit offenbar verbunden der fast schon unanständige Hang zu Organisations- und Ordnungsstrukturen einen riesen Vorsprung habe. Den ich schließlich auch beruflich nutze, um u. a. genau über DIESE Themen zu referieren. ;-)

Fazit: Die Macher des EBmoocs versuchen einerseits, die absoluten Einsteiger/innen anzusprechen und aufzubauen, andererseits Versierte bei Laune zu halten. Ein auf beiden Seiten nicht ganz einfacher Spagat, will mir scheinen. Bin gespannt, wie die Absprungsrate sein wird. Da jedoch alles auf längere Zeit gehostet wird, könnten sich die Abspringer/innen später noch dran versuchen, vielleicht auch bei einer Neuauflage. (Fällt mir der Selbstlernkurs Lernen 2.0 mit der Neuauflage „Die 13 Dinge“ ein, den man ebenfalls nach wie vor belegen kann. Allerdings ohne Feedbacks. Und einigen ins Leere laufenden Links.)

Vorsatz:
Siehe unter Punkt 2. sowie jetzt im Anschluss endlich das Lernquiz absolvieren und darüber berichten. Natürlich ohne zu spoilern, versteht sich!

* „wEBtalks sind das interaktive Online-Format von erwachsenenbildung.at. ExpertInnen teilen ihr Wissen dabei in Form eines kurzen Impulses, eingeladene Fachleute tragen zur Diskussion bei.“ In: Aktuelles -> Nachrichten (Erwachsenenbildung.at).

#ebmooc17. „Wir machen das Internet kaputt“

[Serie #ebmooc17. Aufbau und Lernen (2): Webinar]

Das 1. Webinar innerhalb des EBmooc17. Thema: Einführung und das Lernen in MOOCs. Ausblick für rund 250 Teilnehmende, moderiert von einem fünfköpfigen EBmooc-Team, das seine Sache gut gemacht hat. Online live nachzuverfolgen war alles unter Facebook / werdedigital.

Meine Erlebnisse – jeweils ein Screenshot unter der laufenden Nummer am Ende des Beitrags:

  1. Anmelden. Um 16.30 Uhr war Einlass angekündigt. Raus aus der Studentenbetreuung und schnell das Headset umgehängt. Hach, pünktlich! Adobe Connect leider nicht. 5 Minuten rödelte es so vor sich hin. Neuer Versuch, nochmals Einstiegsseite. Na endlich! Kurzer Rundumblick auf dem Bildschirm. Sechs Fenster und eine Videoleiste mit 5 Lebendwesen. Okay, überschaubar. (Allerdings nicht für alle, wie sich später herausstellte.)
  2. Vorstellungsrunde. Linkes Fenster eine klare Aufforderung dazu im Header. Abfragehäkchen setzen im Fenster „Was erwartet ihr von diesem MOOC?“ 138 von derzeit 210 Teilnehmern (90,2%) möchten neue Tools kennenlernen. 125 (81,7%) wollen sich aktuelles Wissen über digitale Möglichkeiten holen und 116 (75,8%) erwarten Impulse für ein eigenes digitales Bildungsangebot. Die wenigsten (5,2%) möchten ihre eigenen Erfahrungen und Anliegen verbreiten. Ich nehme an, 5 von 8, die das angeklickt hatten, waren aus dem Moderatorenteam. Ein Häkchen war von mir ;-) Wie man sieht, ein Kurs eher für MOOC-Anfänger.
  3. Abfrage. Sie lautete: „Was wollt ihr jetzt in diesen max. 90 Minuten erfahren?“ Mein Vorschlag, der ein Handling der Lernunterlagen betraf, wurde (noch) nicht beantwortet. Passte womöglich nicht ganz zur allgemeinen Aufregung über das akute Webinargeschehen. Eine andere Frage, ob ich von der Session Screenshots machen und in meinem Blog veröffentlichen darf, fand schriftlich eine Zustimmung. Auch andere erhielten kurze Feedbacks per Chat und / oder per Video. Man versprach uns aber, es würden alle Fragen im Anschluss des Webinars aufgearbeitet werden. Die Texte werden ebenfalls gehostet.
  4. Chat. Es ging ein wenig durcheinander zwischen den an sich strukturgebenden Fenstern. Gut gedacht, doch von den Teilnehmenden nicht so ohne weiteres goutiert. Etliche waren überfordert. Später wurden Fenster weggenommen, was bei einigen für erleichterte Kommentare sorgte. Mein Vorschlag war: „Könnte man Chatbeiträge trennen in „Technisches“ und „Inhaltliches“? Na ja, wäre ein Versuch wert. Vielleicht greift man das auch auf, denn wenn zum x-ten Mal über den guten wie schlechten Ton gechattet wird, ist das nicht wirklich prickelnd. Muss aber auch sein, damit Neulinge wissen, dass grundsätzlich alles in Ordnung wäre und es möglicherweise am Endnutzer liegt.
  5. Eindruck. Nur wenige warfen das Handtuch – die einen aus Überforderung, die anderen aus Überdruss. Über Dreiviertel der Teilnehmenden blieben bis ins letzte Zeitdrittel. (16.30 Uhr: 152 | 16.40 Uhr: 216 | 17.00 Uhr: 243 | 16.45 Uhr zur Verabschiedung: 175). Ich selbst fand es nicht anstrengend, weil ich mich aufs Lesen konzentriert hatte und so manchem Link gefolgt bin. Von mir aus müssten Videos nicht sein, da bin ich wohl hoffnungslos „Old school“. Sie stören mich aber auch nicht sehr.
  6. Winke-Winke. „Sehr guter Gimmick zum Ende! Klasse! :D „ meinte bergmann. Und: „Das ist sehr schön, dass der EBmooc ganz viele Gesichter [hat]“ (Wilfried Frei). Was war geschehen? Wir wurden freigeschalten. Wer seine Kamera in Betrieb nahm, dessen Konterfei war zu sehen. Fröhliches Winken zum Ende und das Gefühl, als würde der Theatervorhang hochgezogen, und nicht wie sonst sich am Ende senken. Die Sorge der Moderatorin Birgit Aschemann war unbegründet. Nein, das Internet haben sie nicht damit kaputt gemacht!
  7. Schluss. Ob’s zum guten Ton gehört, sich aus dem Chat mit einem Gruß zu verabschieden? Irgendwie schon, denn auch, wenn’s „nur“ die Virtualität ist, ist sie im Realen verankert. Da gehört Höflichkeit einfach dazu. „Servus, Tschüssle und Ade“ – bis zum nächsten Erfahrungsbericht!

Fazit / Lessons Learnt:

  • Nicht oder schlecht funktionierende Technik bei einigen Teilnehmenden frustriert nicht nur die Betroffenen, sondern stört im Chatgeraune auch die anderen. Da heißt es, geduldig ertragen lernen.
  • Die Inhomogenität der Lernenden ist im virtuellen Raum genau so anspruchsvoll wie in Präsenzveranstaltungen. Toleranz und Nachsicht üben, mit sich und anderen.
  • Ich bin gelassener, wenn ich es mir als Konferenz vorstelle, offen und ohne Anspruchshaltung, mehr so als „Ich lasse mich überraschen“. Schwups, und schon sind ein paar interessante Goodies dabei. Ungeduldig und genervt fühle ich mich hingegen, wenn ich an die Zeit denke, die inhaltslos verrinnt. Nun, ich habe die Wahl der inneren Einstellung zu treffen. Und für dieses EBmooc bleibt’s dabei: Ich bleib dabei!

Vorsatz: Die von den Teilnehmenden genannten Tools näher unter die Lupe nehmen. Die Hausaufgabe der Woche, also das Quiz enträtseln.

#ebmooc17. Aufbau und Lernen (1): Warm werden

ebmooc17-UebersichtMein erstes MOOC, endlich schaffe ich es mal. Das EBmooc ist ein offener Onlinekurs zu digitalen Werkzeugen für ErwachsenenbilderInnen in 6 Online-Einheiten (Module), präsentiert vom Verein CONEDU in CC-BY 4.0-Lizenz und auf iMooX innerhalb von 6 Wochen durchgeführt.

Meine Erlebnisse in der 1. Woche: Aufbau und Lernen:

  1. Anmelden. Fest vorgenommen und terminiert hatte ich mir den Kurs bereits vor einem halben Jahr, als er angekündigt wurde. Dass ich mich bereits angemeldet hatte, vergass ich mittlerweile wieder. Das Passwort sowieso … egal. Bin drin!
  2. Erste Seite: Übersichtlich. Ich gehe auf Entdeckungs-Klick-Tour.
  3. Webinar-Termine checken. Schade, ausgerechnet zu „Blended Learning und E-Learning“ hab ich selber einen Kurs zu halten, passenderweise zu „Texten im Web“. Ob ich im Zug noch dazustoßen werde? Wenn alle anderen Fahrgäste dauernd babbeln, darf ich mir das doch auch einmal erlauben. Ob ich meiner Anti-Quatsch-Einstellung selbst untreu werde? Wir werden sehen …
  4. Vorstellungsrunde. Mit Rasanz ziehen 30 Jahre Berufs- und Weiterbildungsleben an mir vorrüber. Okay, Backround eindampfen in Stichworten. Warum will ich am MOOC teilnehmen? Neugier auf ein „totgesagtes“ Verfahren (btw: 1997 war auch Apple totgesagt, hab trotzdem ’nen Mac gekauft und nie bereut!) sowie gute Erfahrungen mit „Bildung made in Austria“ – s. a. wba-Interview.
  5. Dateien herunterladen. 6 Stück fürs 1. Modul sind überschaubar. Drei davon Anleitungen.
  6. Erste Aufgabenstellung entdeckt. Und instinktiv mit dem vorsätzlichen Anlegen von Blogbeiträgen bereits ins Tun gebracht.

„Legen Sie ein persönliches Lerntagebuch an – in einer Form, die Ihnen sympathisch ist. Notieren Sie darin gleich mal Ihre Erfahrung zur ersten Einheit. Beenden Sie den Tagebucheintrag mit einem Fazit und einem Vorsatz – und zwar wirklich einem Vorsatz Ihre Wahl, der sonst niemanden etwas angeht.“

Adobe Connect Verbindungstest

 

Fazit: Nichts dabei, was am Beginnen hindert.

Außer vielleicht, dass die erwünschte Uploadrate von 1 Mbps nicht zu erfüllen sein wird. Lausige 0,54 Mbps bringt Bambergs Innnenstadtlage laut Test nur zustande. Doch der Verbindungstest nach Installation des Adobe Connect Add-In (Mac-User: rechte Maustaste!) hat’s zunächst geschluckt.

Vorsatz: Neues Headset kaufen. Allerdings nicht wie empfohlen USB, sondern Bluetooth. Mit „Klinke“ konnte ich bereits nichts mehr anfangen … na, soll man ja auch nicht.

Fußnote 68, oder: Lernziel versus Lernergebnis

Lerngruppe [Serie „Fortbildung Ältere“, Teil 4]¹

Ja, der Unterschied zwischen „Lernziel“ und „Lernergebnis“ ist klein, aber fein. Formulierungen zu Lernzielen weisen zumeist Inhaltsbeschreibungen auf, denen ein Satz wie „In diesem Kurs lernen Sie … kennen:“ vorausgehen kann. Das Ziel des Lernens muss unbestritten Eingang finden in die Beschreibung, doch ob man’s dann auch können „muss“, suggeriert in der Formulierungsweise „… können Sie …“ sei dahingestellt. Doch selbst Fachbeiträge, die eine Differenzierung der beiden Begriffe beabsichtigen, verwenden sie im Verlauf ihrer Erklärungen letztendlich doch selbst wieder anonymisierend: „Lernziele bzw. Lernergebnisse“.

Ich gebe unumwunden zu, ich habe eine Allergie gegen die Ausschreibungsformulierung Lernergebnisse (statt Lernziele) à la „Nach dem Seminar können Sie …“. Ein Beispiel dafür ist die ZBIW Köln, die das seit einigen Jahren so aufgrund Zertifizierungsvorgaben, dem Bologna-Prozess folgend, favorisiert und der ich als Referentin notgedrungen darin ebenfalls folgen muss … und Sie wissen, dass ich es nicht gerade bereitwillig tue ;-) . Ein Beispiel, leicht verändert:

Nach dem Seminar haben Sie viele neue Ideen für frische Texte und  große Lust zu schreiben, […] schreiben Sie schneller und sicherer.

Wer es verspricht, muss es halten!

Doch was, wenn das Ziel für den Teilnehmenden weiterhin nicht erreichbar ist, weil’s noch immer nicht schneller als sonst geht und die Lust nach wie vor ausbleibt? Dann lag’s am Lernenden, denn eigentlich wurde es ihm doch fest versprochen und es wurde im Vorfeld alles getan, dieses Versprechen zu halten. Jedoch: Der vielleicht jahrelange persönliche Kampf mit den Buchstaben wird bei vielen kaum innerhalb eines Tages gelöst werden können, dazu braucht es ausdauerndes Training. „Die sagen, man wird es danach können können … schluck … bin ich vielleicht zu blöd dafür?!“ Aber nein, keine Sorge, lieber Lernender. Du bist in Ordnung, lass dich nicht einschüchtern. Und hättest dich wohl weniger unzulänglich gefühlt, wäre die Formulierung gewesen: „Im Seminar erhalten Sie Tipps und Informationen, wie Sie schneller und sicherer schreiben lernen.“

Wer etwas verspricht, muss es halten. Druck wird also bei der Formulierung eines erwartbaren Lernergebnisses (nicht -ziel!) auf BEIDE ausgeübt, Lehrende wie Lernende. Wenn da mal nicht die große Lust wegbleibt!

Und nun komme ich endlich zur Bachelorarbeit von Annett Burkhardt², die mir eine hervorragende Steilvorlage für meinen Aufsatz zu Lernzielen versus Lernergebnissen geliefert hat. Sie griff nämlich im Kapitel 3.4 „Besonderheiten des Lernens Älterer“ (S. 24) genau dieses Thema auf.

In der Erwachsenenbildungsforschung finden sich verschiedene Konzepte zum Lernen Erwachsener. So sehen konstruktivistische Lernkonzepte in den Erwachsenen eine bereits fertige Struktur, in welche nur bedingt neues Wissen einfließen kann. Siebert beschreibt den Erwachsenen als ein in sich geschlossenes System [Fußnote 68]. Jeder entscheidet selbstständig, welche Informationen er aufnimmt und wie er sie verarbeitet. Nicht immer wird dann der vermittelte Lernstoff von den Lernenden so aufgenommen, wie es von den Lehrenden ursprünglich geplant war.

Jawoll! MEINE Lernenden dürfen sich aussuchen, was sie lernen wollen oder nicht. Ich biete etwas an, von dem ich glaube, dass es geeignet ist, sich selbst zu helfen, und zwar über den Seminartag hinaus. Ich zerkratze mir jedesmal die Tastatur, wenn ich gezwungen bin, großspurig zu verkünden: „DAS werden Sie können!“ Wie vermessen, arrogant, anmaßend, wie „Weisheit-mit-Löffel-gefressen-Stil“ das doch ist! Arrglll!

Kommen wir zur Fußnote

Burkhardts Fußnote 68: „Vgl.: Siebert: Theorien (2011), S. 90“ bezieht sich auf den renommierten Erwachsenenbildungsforscher Horst Siebert und seine „Theorien für die Praxis“ (3. akt. u. überarb. Aufl. Bielefeld : Bertelsmann, 2011). Die Subjektorientierung auf den einzelnen Lernenen kennzeichnete einen Paradigmenwechsel des 20. Jahrhunderts. Ich aber habe den Eindruck, wir kommen mit dem Festsetzen von „Sie werden … können“ bereits wieder ganz weit ab davon, zurück in die Zeit, als Lehrende kleine Könige waren, die einem sagen durften: „Und das hast du bis zum Ende der Stunde zu lernen, sonst …“ Ja, was sonst? Schlechte Beurteilungen von (freiwillig) Lernenden? Und das in Fortbildungen für Erwachsene? Bitte nicht! Oder schlechte Bewertung Lehrender? Können die tatsächlich immer etwas dafür, wenn einer, der ungern schreibt, dies trotz vollmundiger „Das werden sie danach können“ immer noch nicht besser kann? Fachkräftemangel wird verhindern, dass bald reihenweise Referent(inn)en arbeitslos werden, immerhin ein Trost.

Ein kleiner Blick in die Erwachsenenbildungsforschung soll meine „Flammrede“ abrunden, damit der Bildungskontext, in welchem ich persönlich mich zu bewegen beliebe, klarer wird.

Es ist aber mittlerweile durchaus Konsens, dass quantitative Methoden empirischer Sozialforschung bei Bildungsfragen eher einen rahmensetzenden, einordnenden Aussagewert haben, während das Verstehen und Begreifen individueller Handlungen den Wissenschaftskern ausmachen. Dies ist gemeint mit einer „Subjektorientierung“ in der Erwachsenenbildungsforschung, welche auf der unhintergehbaren Intentionalität der Lernenden wie der Lehrenden beruht, eingebunden in interaktionelle, institutionelle und systemische Kontexte. Erwachsenenbildung orientiert sich demgemäß sinnvoller Weise nicht an einem Verhaltens-, sondern an einem Handlungsparadigma, nicht an einer Bedingtheits-, sondern an einer Begründungsperspektive.³

Herausgegriffene Schlüsselaussagen sind:

„Intentionalität der Lernenden wie der Lehrenden“ = Das Seminarzielformulierung als Intention, über die wir zu einer Lerngemeinschaft zusammenkommen.

„[… ] orientiert [… ] nicht an einer Bedingtheits-, sondern an einer Begründungsperspektive.“ Bedingtheit wäre demzufolge „Das kannst du danach / hast du zu können“ und Begründungsperspektive „Dieses Ziel begründet dein Lernen / ermöglicht dir Wissen“.

Kann sein, dass andere diesen Unterschied nicht sehen oder sehen wollen. Mir persönlich scheint er entscheidend zu sein, mit welcher Intention ich mich auf Lernende einlasse – nämlich auf Augenhöhe, mit Respekt und Offenheit, mit Aufmerksamkeit und Achtsamkeit in Hinblick auf die ureigensten Lernmotivationen und -bedarfe und eben nicht auf das Erfüllen einseitig festgesteckter Ziele, die allesamt Makulatur sind, wenn wir sie jemanden als gegeben vorsetzen statt darüber zu verhandeln. Oder alltagstauglich ausgedrückt: Ich bringe gerne die Zutaten und Arbeitsgeräte für das Lernzielmenü mit und wir kochen das Süppchen gemeinsam, doch anschließend aufessen und verdauen, dass sei jedem selbst überlassen. Das, was sozusagen hinten heraus kommt, dafür bin ich nicht mehr verantwortlich zu machen. Genau das aber suggeriert die Formulierung von gesetzten Lernergebnissen meines hier reflektierten Eindrucks nach.

Vielen Dank an die Bachelorantin, die dem Anliegen (nicht nur älterer) Fortbildungswilligen mit Ihrer Arbeit erfreulicherweise das Wort gesprochen hat!

¹ Hintergrund zur Serie siehe unter Die Bedeutung von Fortbildungen für ältere Bibliotheksmitarbeiterinnen und -mitarbeiter …

² Burkhardt, Annett: Die Bedeutung von Fortbildungen für ältere Bibliotheksmitarbeiterinnen und -mitarbeiter am Beispiel der wissenschaftlichen Bibliotheken in Hamburg. Bachelorarbeit von Annett Burkhardt … im Studiengang Bibliotheksmanagement an der Fachhochschule Potsdam. 2015.

³ Peter Faulstich, Christine Zeuner: Entwicklung, Situation und Perspektiven subjektorientierter Erwachsenenbildungsforschung. (2011).