Umsetzungserfolge motivieren Lerngemeinschaft der FHP

FH PotsdamBegeisterter Forumseintrag einer Teilnehmerin der Fernweiterbildung Bibliotheksmanagement der Fachhochschule Potsdam:
Ich hatte mich ja darüber beklagt, dass in meiner Bibliothek so wenig umgesetzt wird … Ich habe meine Anregung / Wunsch an die Kolleginnen … weitergegeben, und siehe da: Heute kam folgende Mail: … [Mailtext].
Vielen Dank also für eure Anregungen und Motivationen, seine Wünsche und Vorschläge zu äußern, und das nicht nur in diesem Forum. Manchmal kann man doch was bewirken!
Ja, darauf können alle stolz sein, die der Kollegin auf unserer Moodle-Lernplattform zum Modul „Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising“ ihr Feedback gegeben hatten. Stolz kann natürlich auch besagte Teilnehmerin sein, dass es ihr gelungen ist, ihre Idee umzusetzen und sie sich nicht davon abbringen hat lassen.
Was kann es Schöneres für mich als Lernbegleiterin geben, als Aufgaben zu stellen, die nicht nur gelöst, sondern eben auch gelebt werden können.
Dem Erfolg voraus geht natürlich, dass die Lernplattform auch angenommen wird. Dieses fördere ich, indem manche Aufgaben nur dann als gelöst erklärt werden, wenn sie ins Forum gestellt und von zwei anderen Kursteilnehmenden besprochen werden. Natürlich erhalten auch die Feedbackgebenden (quantitative) Punkte für ihre Beiträge. Etwas Motivation darf schon sein.
Freudig und mit leuchtenden Augen stelle ich fest, dass weit über die geforderten Antworten hinaus – und oft noch, nachdem ich meine eigene Schlussbemerkung angebracht habe – weitere Feedbacks gegeben und eingehend miteinander diskutiert wird. Spannend zu lesen. Es ist schade, dass ich mich nicht zu allem einklinken kann und will, denn zugegeben – Lehrbeauftragte zu sein ist nun doch eher mit einem Ehrenamt vergleichbar, der über den Brotberuf quersubventioniert werden will.
Wie auch immer – eine voll bunter Ideen, Tipps und Ratschlägen gewinnbringende Lerngemeinschaft, wie Sie vorbildlicher und motivierender kaum sein kann.
Bitte eine Runde Schulterklopfen!
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Das 1-2-3-Spiel nach dem Suppenkoma

1-2-3-Spiel in Pankow
Bibliothekar(inn)en sind nicht immer so begeistert von Spieleeinlagen, die der Auflockerung und dem Wieder-Ankommen oder der Konzentration dienen. Dennoch – haben sie sich erst mal darauf eingelassen, ist die Gaudi meist hoch. Für sehr große Gruppen gibt es allerdings häufig das Problem, dass der Platz nicht reicht, um  Aktionen wie Bälle zuwerfen o. ä. zu unternehmen.
Das völlig ohne Hilfsmittel auskommende (ich nenne es  „1-2-3-Spiel“ hatte ich erst kürzlich von Danilo Vetter (Bibliotheken Berlin-Pankow) wieder in Erinnerung gebracht bekommen und endlich auch  ausprobiert. So nach der Mittagspause holt es die Konzentration zurück, schafft Heiterkeit und sorgt – je nach Einsatzfreude – sogar für ein wenig Fitness. Mit 63 Personen in Pankow und 20 in Arnsberg war die Teilnehmeranzahl auch groß genug für den Spaß.
Und so geht’s:
  1. In zwei Linien sich paarweise gegenüberstellen.
  2. Runde 1: Eine Reihe ruft die Ziffer „1“, daraufhin die gegenüberliegende „2“ und (wiederum) die erste Reihe „3“.
  3. Woraufhin die zweite Reihe mit „1“ beginnt und als Antwort die „2“ erhält, usw. Also immer schön abwechselnd. Hat man das so langsam drin, geht’s in den nächsten Level.
  4. In der 2. Runde wird die Ziffer „1“ durch eine Figur ersetzt, z. B. ein Handheben, eine Kniebeuge, ein Kopfneigen … Jede Person darf für sich entscheiden, es muss also nicht die ganze Linie dasselbe nachahmen. Die Ziffern 2 und 3 werden weiterhin normal ausgerufen, immer abwechselnd. Hat man auch dieses gemeistert, wird’s wieder einen Ticken schwieriger:
  5. In der 3. Runde wird auch die Zwei mit einer Figur ersetzt, in der 4. Runde außerdem die Drei, sodass am Ende nur noch „gezappelt“ wird, nicht jedoch gesprochen.
Probiert’s aus, ist wirklich lustig!

Und wenn wir bereits von Arnsberg hier sprechen – ich wurde bereits mehrfach danach gefragt, ob denn nun die Arnsberger Stadtbibliothek mit ihren Standorten Arnsberg, Hüsten und Neheim fertig mit ihrem neuen Bibliothekskonzept samt Leitbild fertig sind. Ja, alles gut! Wir haben’s geschafft und dürfen stolz auf uns sein. Nach der offiziellen Veröffentlichung melde ich mich dazu noch einmal.

Bibliothekarische Fortbildung noch ohne Einwanderer

„Erwachsenenbildung in der Einwanderergesellschaft“ – unter diesem Titel lädt das DIE zu einem „aktuell beherrschenden gesellschaftlichen Thema“ nach Bonn ein. Dort findet vom 5.-6.12. das DIE-Forum Weiterbildung statt. Folgende Fragen sollen u. a. erörtert werden:

Welche Anforderungen stellt die interkulturelle Öffnung an Weiterbildungseinrichtungen? und: Welche Wertkonflikte könnten in Veranstaltungen der Erwachsenenbildung auftreten?

Ich muss sagen, ich bin gespannt. Und zwar darauf, wann auch ich als Coach / Lernbegleiter / Trainer einmal mit diesem Thema konfrontiert werde. Bislang saßen nur sehr vereinzelt Einwanderer / Migranten / ausländischer Mitbürger samt aller -innen in einer Fortbildung oder Weiterbildung. Würde ich wohl erstmal nur an äußeren Zeichen erkennen oder am Namen vielleicht.

Kopftuchfrauen Musliminen? Fehlanzeige. Hatte ich bisher noch nicht. Zumindest nicht erkennbar. Hm, mir fällt ein … ist der geschätzte Kollege Yilmaz Holtz-Ersahin eigentlich Moslem? Ich habe ihn noch gar nicht dazu befragt. Ich bin mir jedoch sicher, dass ich auch ihm gegenüber nicht krampfhaft mein fränkisches „Grüß Gott“  abgelegt habe. Doch zugegeben, ich vermeide es tatsächlich ohnehin, wenn ich im Ausland, also in den Bundesländern außerhalb Bayerns bin. Nicht, weil die nicht weniger gläubig sind, aber sie sagen regelmäßig darauf: „Ja, tue ich, wenn ich ihn sehe“. Pphh!

PLZ Suche auf onlinestreet.de

Auch denke ich nicht, dass ich lauter reden muss als normal, weil das Tuch eventuell das Gehörte filtern könnte. Oder doch?! Da fällt mir ein … manchmal begegne ich Behinderten, immerhin arbeite ich für den öffentlichen Dienst. Dabei ahne ich instinktiv, was ich besser tun oder lassen soll, um ihnen das Fortbildungs(er)leben nicht allzu schwer zu machen. Beispielsweise keine Auflockerungsübungen im Stehen, wenn ein Rollstuhlfahrer in der Gruppe ist. Gibt auch nette Spiele im Sitzen, die für frische Konzentration sorgen können. Hörgeschädigte konnen hin und wieder vor, das sagt man mir jedoch glücklicherweise immer im Vorfeld. Dann gibt’s von mir eine ausführlichere Powerpoint, ich spreche lauter, langsamer, deutlicher, einfachere Sätze … kein Problem.

Doch wie stelle ich mich auf die künftige Einwanderergeneration ein, die, bis sie die Bibliothekslaufbahn entdeckt haben bzw. endlich eine Bewerbung positiv für sich verbuchen können, vermutlich eh schon vollständig integriert und auf „Deutsch“ umgepolt wurden? Keinen blassen Schimmer. Ich sollte vielleicht doch auf dieses Forum gehen, sicher ist sicher …

Kann Kuscheln negativ wirken???

Kuschelatmosphäre Dampfbahn SitzgarniturDas muss einem doch gesagt werden! Oxytocin hat nicht nur positive Wirkungen. Zumindest nicht bei Männern. Unter Einfluss des „Kuschelhormons“ neigen sie nämlich dazu, stärker auf „kritische Aussagen mit negativen Inhalten“ zu reagieren. Also positiv drauf zu reagieren. Was irgendwie dann negativ ist. Capito? Frauen hingegen reagieren mit „Säuglingsbindung“, bewältigen Ängste und Partner. (Späßle g’macht – gemeint ist natürlich die Stärkung der Partnerbindung.)

Was das für’s Coaching bedeutet, dürfte auf der Hand liegen. In Seminaren versuchen wir Lernbegleiter/innen durchaus, so etwas wie eine positive Grundstimmung, etwa ähnlich einer Kuschelstimmung, aufkommen zu lassen. Und wundern uns, wenn’s gar so nett ist, dass dann so mancher Teilnehmer anders als gedacht reagiert, z. B., in dem er das berühmte Haar in der Suppe findet. Selbst schon erlebt. Ich hab’s für mich als „Gegensteuern mit Regulierungseffekt“ aufgegriffen. Doch nun weiß ich mehr. Ändert zwar nicht direkt etwas an meinem Tun, jedoch an meiner inneren Einstellung. Und die ist weiterhin grundsätzlich positiv. Auch Männern gegenüber. ;-)

BYOD – oder doch eher Bequemlichkeit?

BYOD-GeräteVon Teilnehmenden wurde ich früher hin und wieder gefragt, ob ich während der Fortbildungsveranstaltung angeschaltete Mobiltelefone „dulde“. Das werde ich heute nicht mehr. Denn inzwischen wissen alle, wo man den Klingelton abstellen kann und tun es auch.

Völlig offen liegen diverse elektronische Teile auf dem Tisch und werden ungeniert genutzt. Entweder, um auftauchende Fragestellungen zu beantworten – noch bevor ich es tun kann bzw. „muss“. Oder um Ergänzungen meiner Aussagen beizusteuern oder weitere Aspekte anzubieten, die die Teilnehmenden für relevant halten. Manchmal auch, um schnell mal E-Mails zu checken, die nichts mit der Veranstaltung zu tun haben. Was die Teilnehmenden tatsächlich gerade beschäftigt, wenn sie sich mit ihren Geräten beschäftigen, erfahre ich erst dann, wenn sie sich nach der Nutzung entweder zu Wort melden (dann war’s etwas Themenrelevantes) oder kurz mal aus dem Raum gehen (dann war’s Dienstliches oder Privates, das offensichtlich keinen Aufschub duldete). Tja, nun.

Früher hat mich der Blick nach unten auf die Mini-Bildschirme irritiert. Mittlerweile kann ich es gut akzeptieren. Und sogar begrüßen. Denn es ist ganz im Sinne des „Bring your own Device“, kurz BYOD genannt. Allerdings ist es noch ein weiter Schritt hin zu echtem Gruppeneinsatz, in der die Geräte gemeinschaftlich bzw. tool-übergreifend genutzt und zur Lösung der Problemstellungen verwendet werden. Noch dienen sie während der Workshops eher dem Wissensabruf sowie dem Abfotografieren der Folien, Flipcharts und Moderationskärtchen-Aufhänge.

Wobei … wenn ich anbiete, eine anschließende Fotodokumentation zusammenzustellen und zu versenden, finden das die Allermeisten sehr angenehm und stecken ihre Handys gerne wieder weg. Offenbar siegt – zumindest in der Altersgruppe derjenigen, die derzeit am häufigsten in meinen Fortbildungen anzutreffen sind – die Bequemlichkeit? Na ja, kann man so auch nicht sagen. Denn Mitschreiben ist schließlich auch nicht gerade bequem. Und doch tun dies (noch) die allermeisten. Wobei mich der Blick aufs Blatt Papier noch nie irritiert hatte. Seltsam … darüber muss ich doch mal nachdenken.

7 Punkte, wenn Worte wirken wollen …

Referentin Ilona Munique… denn es reicht nicht aus, nur den Mund auf- und zuzumachen. Weiß man ja eigentlich. Gerade als Vortragende ist man auf sein wichtigstes „Handwerkzeug“, den Mund, mehr als angewiesen. Neben den Ohren zum Zu- und Hinhören, versteht sich. Sieben Punkte, was auch bei teilnehmerstarken Fortbildungen hilfreich ist. Für Eilige: Zusammenfassung siehe unten.

Punkt 1: Gründliche Vorplanung

Ohne Frage muss zunächst der fachliche Inhalt des Gesagten dem entsprechen, was angekündigt und folglich erwartet wird. Didaktik, Methodik und Zeitmanagement sind im Vorfeld genau, jedoch nicht zu sehr einengend zwischen Veranstalter (hier über die Organisatorin Sonja Bluhm aus Würzburg) und vortragender Referentin (hier myself Ilona Munique) abzusprechen. So geschehen unlängst für eine Weiterbildungsveranstaltung für Beschäftigte in Patientenbibliotheken in Hofgeismar. Grundtenor: ein abwechslungsreicher Ablauf.

Punkt 2: Unterstützung des fachlichen Inputs

Die Kunst ist, auch bei trockenen Inhalten möglichst niemanden einzuschläfern, wobei eine gut strukturierte PowerPoint-Präsentation helfen kann. Oder dem Vortrag endgültig den Todesstoß versetzt. Sie ist wirklich nur als Hilfsmittel, nicht als Alleinherrscherin zu betrachten! Doch gerade in großen Räumen, die die Gefahr bergen, dass nicht alles bis in den letzten Winkel immer gleich gut zu verstehen ist, eine unumgängliche Unterstützung der Akustik.

Punkt 3: Zeitplanung mit Puffer

Dass der perfekt gestylte Zeitplan durch eine vom Tagungsortanbieter wegen Umbaumaßnahmen überraschend angekündigte Verkürzung um eine halbe Stunde (hier also um ein Siebtel) ansatzweise zur Makulatur wurde, sind die üblichen Hürden, die keiner besonderen Erwähnung bedürfen. Sofern man beispielsweise bei der Entwicklung des Vortrags modular vorging und daher einzelne Komponenten des Vortrags kappbar waren, lässt sich derartiges unaufgeregt auffangen.

Punkt 4: Zeitsouveränität vor Ort

Kreatives Zeitsparen vor Ort, indem die Kaffeepause in den Workshop-Zeiten aufgeht, sorgen für eine weitere Entlastung des Zeitbudgets. Nach dem Motto: Was geht, geht und ist gut so, wie es nun jetzt ist. Was nicht geht, wissen meist nur die Veranstalter selbst, daher muss es auch nicht weiter vor den Teilnehmenden ausgebreitet werden. Es ändert eh nichts und könnte nur Unruhe auslösen.

Punkt 5: Zuhörende in Mitwirkende verwandeln

Großes Plenum von 60 Fortbildungsteilnehmenden, Workshop-Vorstellung einer TeilnehmendenHingegen ist das Miteinbeziehen der Teilnehmenden an einer anderen Stelle von großartiger Wirkung. Und funktioniert auch bei 60 Teilnehmenden in einem großen Saal: Die Zuhörenden zu Mitwirkenden verwandeln. Und das sind die Komponenten:

Eine Vorstellungsrunde verbietet sich bei dieser Menge (fast) von selbst, doch ein paar Abfragen signalisieren das Interesse der Referentin an den Anwesenden, zum Beispiel: „Hand hoch: Wer ist ehrenamtlich, haupt- oder nebenamtlich eingesetzt?“, „Wer hat mehr als 100 Medien zu verwalten?“, „Wer ist keine One Person Librarian?“

Während des fachlichen Inputs sollten Zwischenfragen zugelassen sein. Vorsicht allerdings, damit es nicht chaotisch wird und im Stoff hin- und hergesprungen wird. Daher eine Fragenbegrenzung pro Inhaltsabschnitt ankündigen. Natürlich kann auch die Referentin selbst ein paar Zwischenfragen an die Teilnehmenden stellen.

Workshop-Ergebnis im Open-SpaceUm Worte geht es hier, und dafür ist ein Open-Space-Workshop, der zum Austausch einlädt und Ideen generiert, das Mittel der Wahl. Je mehr Teilnehmende, desto besser. Die Workshop-Themen werden vorgegeben, ein paar Gedankenschnipsel dazu, die eine oder andere offene Frage – und schon ist das Anfangen für alle leicht. Bei der Zusammenstellung der Themengruppen sollte auch Raum sein für ergänzende Vorschläge aus dem Plenum.

Workshop-GruppeTipp: Bei der Gruppenarbeit nicht zu viel einmischen, um die sich entwickelnde Dynamik nicht zu stören, doch zeigen, dass man als Referentin/Organisatorin präsent und ansprechbereit ist. Zeitansagen sind allerdings immer geboten, damit keine Hektik für die Zusammenfassungen entsteht.

Natürlich sollen und dürfen die Ergebnisse aus den Workshops von den Teilnehmenden selbst vorgestellt werden. Zwingend ist dies jedoch nicht. Die Hürde hier: Scheu der Teilnehmenden, sich vor der Grupper „hervorzutun“ und / oder vor großem Publikum zu sprechen. Meist genügt es aber, beginnt man als Referentin die Tafelkärtchen mehr oder weniger abzulesen und zu interpretieren, schon meldet sich doch noch ein Workshop-Gruppenmitglied, um etwas Erhellendes beizusteuern.

Eine vorherige Bestimmung eines Gruppensprechers oder einer -sprecherin hat sich meiner Erfahrung nach bei sich vorab unbekannten Teilnehmenden noch nicht sonderlich bewährt, dennoch kann man es als Option ansprechen.

Die Zuhörenden zu Mitwirkenden verwandeln ist etwas, das vor allem den „Alpha-Tieren“ unter uns nicht immer gelingt. Gar zu schnell wird das „Heft an sich gerissen“, ist das eigene Sendungsbewusstsein stärker als die Einsicht, gemeinsam am Erkenntnisziel zu arbeiten. Es hilft hier die Frage in die Gruppen hinein: „Konnte jede/r von Ihnen etwas beitragen? Bekamen alle ausreichend Gelegenheit, sich einzubringen? Falls noch nicht, bitten Sie jetzt gleich darum.“ Es sind schließlich immer zwei Seiten: Diejenigen, die sprechen und machen und die, die sprechen lassen bzw. mit sich machen lassen …

Punkt 6: Verstärkermanagement

Eine Hürde stellt zuweilen die Technik dar, die es bei Großgruppen unbedingt braucht, und zwar in Form eines „Verstärkermanagements“. Sehr hilfreich war hier die Unterstützung durch Martin Ertz-Schander, bibliothekarischer Referent vom Verband für Büchereiarbeit und Leseförderung „Eliport“, der zwei Mikrofone und die Verstärkeranlage verwaltete und zwischen den Teilnehmenden und der Referentin hin- und hereilte. Einzig das konsequente Darandenken, auch wirklich jede Äußerung aus dem Plenum ins Mikro sprechen zu lassen, forderte doch einiges an Disziplin und natürlich Zeit, da manchmal große Entfernungen überwunden werden mussten.

Punkt 7: Die innere Einstellung

Mein ultimativer Tipp: Sich als Referent/in oder Organisator/in niemals als Dompteur/in zu sehen, sondern den Willen an einem Gemeinschaftswerk fühlen und erkennen lassen. Denn nur dann springt der Funke über und entfacht eine „Sonnwendfeuer-Stimmung“, die auch dem trockensten Stoff zum Brennen versetzt.

Ach so, welcher das denn war, möchten Sie wissen. „Freundeskreis, Förderverein & Co.“ mit anfänglichem Input in die Vereinspraxis.

Zusammenfassung: Wenn Worte auch bei großen Gruppen wirken sollen

  1. Gründliche Vorplanung eines abwechslungsreichen Vortragsprogramms
  2. Fachlichen Input durch strukturierte Powerpoint-Präsentation unterstützen
  3. Zeitlichen Puffer für Überraschungen durch modulare Inhalte
  4. Zeitsouveränität vor Ort durch flexible Organisation
  5. Zuhörende in Mitwirkende verwandeln durch
    1. Abfragen
    2. Zwischenfragen (auf beiden Seiten)
    3. Open-Space-Workshops …
    4. … und deren zusammenfassende Vorstellung
    5. Workshop-Option Gruppensprecher/in oder nicht
    6. Alpha-Tier im Zaum halten
  6. Verstärkermanagement
  7. Innere Einstellung: Wille zum Gemeinschaftswerk

P. S.: Da einige wenige Teilnehmende kein Konterfei von sich im Internet sehen möchten, greife ich auf die Fotos von Herrn Ertz-Schander zurück – vielen Dank dafür!

Mir nicht begreiflich …

„Wir möchten eher neue Methoden entwickeln, mit denen Dozenten Studenten besser in ihre Vorlesungen einbinden können“, sagt die Doktorandin. Einen Ansatz, den Gehlen-Baum und ihre Kollegen derzeit in Zusammenarbeit mit der Ludwig-Maximilian-Universität in München verfolgen, ist die Internetplattform „Backstage“. Sie hilft Dozenten dabei, ihren Unterricht besser zu strukturieren und die Zuhörer gezielt einzubinden.

Zu lesen unter der Überschrift „Was machen Studenten während der Vorlesung? Studie gibt Aufschluss“ [via idw-online]. Frontalvorträge sind die Regel, das Surfen im Internet und in sozialen Netzwerken die Folge. Oder auch nicht die Folge, denn offenbar hat es keinen Einfluss auf das „vorlesungsferne“ Verhalten der Studierenden, wie gut Dozenten ihren künftigen Nachwuchs eingebunden hatten.

Ich stelle mir gerade vor, wie das auf mich wirken würde, wenn in einem meiner Seminare die Laptops angeworfen und ins iPhone gekuckt wird. Obwohl – hatte ich auch schon mal. Allerdings war feststellbar, dass es dabei um eine direkt den Seminarinhalt geschuldete Abfrage war.

Also, woran liegt’s? Am Vortragenden oder am Alter oder am Thema? Wissen Sie’s?